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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 10)

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Wohnung 1772 darstellt, da eben Van Swieten der 
Familie Mack einen ärztlichen Besuch abstattet. 
Die Damen der Zeit tragen mit Vorliebe gold- und 
edelsteingefaßte Miniaturen als Anhänger und auf Arm- 
bändern, wovon das Österreichische Museum ein 
interessantes Beispiel besitzt. Die berühmteste Schöp- 
fung der Wiener Goldschmiedekunst der Zeit ist das 
umfangreiche sogenannte Nachtzeug der Kai- 
serin Maria Theresia, eine Arbeit Domanöcks, 
welches sich im Hofmuseum befindet." 
Die seinerzeit hochstehende deutsche Me- 
dailleurkunst, welche unter den Nachwirkungen 
des Dreißigjährigen Krieges in argen Verfall ge- 
raten war, wurde zu Anfang des XVIII. Jahrhun- 
derts von den habsburgischen Fürsten wieder zu 
heben versucht. 1712 wird der Neapolitaner An- 
tonio de Gennaro zum kaiserlichen Münzeisen- 
schneider ernannt, 1727 eine Graveurakademie in 
Wien errichtet, deren Direktor Gennaro wird. 
Stuhl aus dem kaiserlichen Lustschloß , _ __ __ _ 
ßchönmunn 1744 tritt sein Schuler Mathaus Donner, ein 
Bruder Raphael Donners, an seine Stelle und 
bewährt sich in zahlreichen Schöpfungen als trefflicher Porträtist und in den 
Reverskompositionen als ein vorahnender Klassizist wie sein größerer Bruder. 
Aus seiner Schule gehen A. Widemann, Franz Würth undjohann Wirt hervor. 
Von eigenartiger Bedeutung ist jener 
A. Domanöck, der als Medailleur vor 
allem die freigetriebene Handarbeit 
piiegt und wie seine Zeitgenossen zwar 
den dekorativen Stil der Franzosen 
nachahmt, in seinen Schöpfungen aber 
durchaus eigenartig erscheint. 
Außerordentlich reges Leben 
herrscht auf dem Gebiete der Eisen- 
schmiedearbeit. Die alte technische 
Tradition wird fortgesetzt, viele Zeich- 
ner und Stecher, Cuvillies (München), 
Birkenfeld (Augsburg), Joh. Andr. 
Graffenberger (wahrscheinlich ein 
Österreicher), H. G. Forster (Brünn) 
und viele andere beeinflussen Stil und 
Komposition. In Wien und Umgebung 
entstehen Meisterwerke der Spät- 
 
' Vgl. Vinzenz Graf Latour, Altes Wiener Silber, Stockerl aus dem Schloss: Schloßhof (Hofmobilien- 
in "Kunst und Kunsthandwerk", klug. ll. dgpog)
	        

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