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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 11)

Mancher hat es übrigens als besondere 
Feinheit empfunden, daß das Taber- 
nakel und die Exposiüonsnische, die 
doch eigentlich keine unmittelbar zum 
Altar gehörigen Dinge sind, von diesem 
auch im Material und in der Farben- 
Wirkung geschieden erscheinen. Wir 
sind überzeugt, daß das Empfinden da- 
für auch beim Künstler unbewußt mit- 
gewirkt hat, da wir verfolgen konnten, 
wie organisch sich ihm dieser ganze 
Altar aufgebaut hat. Er wird St. Peter 
jedenfalls zur Zierde gereichen und ein 
würdiges Denkmal seines kunstfreund- 
lichen Seelsorgers sein. 
Der nächste Raum der Ausstellung 
bildet eine Art Vorhalle zu einem weiter- 
hin folgenden Saale von kapellenähn- 
licher Ausgestaltung. In dieser Vorhalle 
ist ein schönes Antependium ausgestellt, 
das Bildhauer Six entworfen und in 
Metall getrieben hat; es ist derselbe 
Künstler, der auch die Medaille des 
Eucharistischen Kongresses geschaffen 
hat. Darüber sind Teile eines Kreuz- 
weges von dem Prager Bildhauer Ladis- 
laus Kofranek, sehr ernste und würdige 
Arbeiten. Bei der endgültigen kerami- 
schen Ausführung wird es sich mit 
Rücksicht auf das Volksempiinden viel- 
Ausstellung für kirchliche Kunst. Taufstein (Mar- 
mor, Eisen und Bronze), ausgeführt an der Bau- lelchä aber empfeällen, elnne mehrfarbige 
und Kunsthandwzrkerschule w m... Ausfuhrung zu Wahlen. Fur den Kenner 
wirken die Reliefs jedoch auch heute 
schon sehr überzeugend. Eine treffliche Arbeit ist in diesem Raum ferner 
ein für Brünn bestimmtes marrnornes Taufbecken mit schmiedeeisernem 
Deckel und Bronzetigur darauf, eine hervorragende Leistung der k. k. Fach- 
schule in Bozen, die in der Ausstellung überhaupt ausgezeichnet vertreten 
ist. Die Plastiken im besonderen sind Werke eines jungen Mannes, der, 
aus dem einfachen Handwerke hervorgegangen, nun an der Schule seine 
Vollendung erhält; er vermochte diese schwierigen Arbeiten in der freien 
Zeit, die ihm der Heeresdienst ließ, zustande zu bringen. Man sieht immer 
wieder, daß im Tiroler Volke wirkliche Kunstbegabung schlummert und nur 
geweckt zu werden braucht, um Anerkennenswertes zu schaffen. Auch eine 
schöne Fahne der früher genannten Wiener Produktivgenossenschaft und
	        

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