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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 12)

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direkten Nachahmung zu greifen. Ebenso, daß ihr das Festhalten an einfachen, 
klaren Konstruktionsprinzipien auch in jenen Perioden nicht abhanden kam, 
in denen die Stilkunst über Material und Konstruktion spielend hinwegschritt. 
Diese Qualitäten sind es auch, die heute eine besondere Wertschätzung 
volkstümlicher Leistungen begründen, die es möglich machen, daß unsere 
modernsten Bestrebungen gelegentlich von der Bauernkunst Anregungen 
empfangen. Während uns die Stilkunst der höheren Stände in der Regel als 
etwas Fertiges, nicht der Weiterbildung 
ü} Fähiges erscheint, weist die Bauernkunst 
Gestaltungsgrundsätze in formaler und 
koloristischer Hinsicht auf, die uns heute 
näher stehen und noch lebensfähiger er- 
scheinen. Besonders von der so stramm 
und kernig gestalteten nordischen Volks- 
kunst gilt dies in hohem Maße. In ihr tritt 
  
  
  
 
Aus dem naüonalhistorischen Museum in Frederiksborg 
die früher betonte Verwandtschaft der nordischen Völkerschaften besonders 
klar zutage. Wir sehen daher auch in allen Volkskunstmuseen ein Neben- 
einander der verschiedenen, heute politisch getrennten Stämme. 
In den dänischen Sammlungen Finden wir ebenso südschwedische wie 
deutschschleswiger Bauernhäuser oder ihre Stuben; auch die deutschen 
Sammlungen bemühen sich um skandinavische Objekte. So übt hier die 
Verwandtschaft der Lebensbedingungen, der Erinnerungen und Beziehungen, 
des Klimas und des Bodens wie des Erwerbslebens jene einigende Kraft 
auf dem Gebiete künstlerischer Bestrebungen, die wir auch in unserem 
eigenen Vaterlande beobachten können, wo die künstlerische Absicht in den 
Vordergrund tritt. Aus den beifolgenden Abbildungen, die zum Teil dänischen 
Bauten und Sammlungen, zum Teil der Sauermannschen Publikation ent- 
nommen wurden, sind diese Wechselwirkungen zu erkennen. Die nord- 
deutschen Völker verfügen aber auch über eine sehr alte und eigenartige
	        

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