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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 12)

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bürgerliche Kultur, 
die zwischen der 
aristokratischen 
und der bäuerli- 
chen Art steht und 
ein selbstbewußtes 
Schaffen, ein star- 
kes Standesbewußt- 
sein ausdrückt. 
Eine größere 
Zahl von Städten 
hat längs der deut- 
schen Seeküste die 
Reichsunmittelbar- 
keit besessen. Aus- 
gebreiteteI-Iandels- 
Verbindungen, Un- 
ternehmungsgeist 
und Bürgerstolz 
haben in den alten 
I-Iauptorten des 
I-Iansabundes eine 
große Wohlhaben- 
heit, Sinn für Be- 
hagen und das Be- 
streben, dies auch 
zu betonen, gezei- 
tigt. Das Sauer- 
mannsche Werk 
geht auf Lübeck 
näher ein, weil dort 
besonders charak- 
teristische Baudenkmäler, Straßen und Platzbilder erhalten sind. 
In dem Aufsatz über Diele und Halle wurde schon im Jahre 1904 in dieser 
Zeitschrift auf den großen Reiz der Innenräume dieser Bürgerhäuser hin- 
gewiesen. In Hamburg sind sie leider schon fast ganz verdrängt, in Danzig, 
Elbing, Rostok, Wismar und an andern Orten verschwinden die Bürgerhäuser 
alter Zeiten mit ihrer charakteristischen Eigenart kaum weniger rasch. Lübeck 
scheint konservativer zu sein. 
Die eigenartigen Straßen mit den zunftmäßig gegliederten Bauwerken 
bewahren noch sehr viele dieser malerischen und reizvollen Anlagen, in 
denen Beruf und Familienleben der Eigentümer künstlerischen Ausdruck 
finden, in denen Generationen nacheinander in demselben Sinne wirkten, 
bis eine neue Zeit den Faden zerriß. 
Bauernstube aus dem Volksmuseum in Kopenhagen
	        

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