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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 12)

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Bestrickend ist die Lackkunst vertreten mit den aus Goldstaubgrund auf sprießenden 
Blumen und Bäumen, den auf- und niedertauchenden Reihern und Vogelschwärrnen, den 
fabelhaften Tierimpressionen, schwarzwischigen Raben, gefiedersprühenden Hähnen. 
Der Schwertzierat der Stichblätter aus Bronze und Eisen geschnitten, durchbrochen, 
tauschiert, relieferhöht, wird in einer sehr instruktiven historischen Übersicht vorgeführt. 
Der Farbenholzschnitt, der heute von der strengen Sammlergilde als Massenkunst 
geringer geschätzt wird, ist hier nur konzessionsweise geduldet. 
In seiner sehr peniblen Auswahl besteht er trotz des Vorurteils, und die Qualität der 
wuchtig geballten Schauspielerköpfe des Sharaku und das Gracile der Lazertenfrauen des 
Utamaro übt seinen alten Reiz. F. P. 
Keitum auf Sylt, Kachelsmbe (Sauermann) 
AS DEUTSCHE OPERNHAUS. Das Deutsche Opernhaus, das größte Theater 
des Kontinents, das in Charlottenburg gegründet wurde und in Ergänzung der 
Schillertheater dem Volk dienen will, ward mit „Fidelio" vor einem festlichen Publikum 
geladener Gäste eröffnet. Die Stadtväter, die das Unternehmen von Anbeginn betreuten, 
im Parkett, daneben viele Staatswürdenträger, Vertreter der Universität, hohe Militärs, 
Bühne und Welt und die Kritik, die dieser guten Sache gegenüber mehr eine fördernde 
als eine scharf zersetzende Berufung haben wird. 
Es begab sich eine große Wallfahrt zu dem mächtigen Bau an einem unserer neuen 
Außen-Boulevards der Bismarckstraße, die in die Döberitzer Heerstraße mündet. 
Die Vorderfront mit ihrer über Stufenanstieg gelagerten und durch Säulen gegliederten 
Portalreihe mit ihren breiten, mattfarbigen Verglasungen darüber (hinter denen das 
Foyer des ersten Ranges sich hinzieht), dem wuchtigen Gesims vor der Attika betont 
schmuckhaft das Monumentale der Anlage. Sonst hat sich Seeling, der Baumeister, klug
	        

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