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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 12)

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ERKE DER KLEINPLASTIK IM KUNSTHISTORISCHEN HOF- 
MÜSEÜM ZU VVIEN. Auf das „Album ausgewählter Gegenstände der kunst- 
industriellen Sammlung des Allerhöchsten Kaiserhauses" (Wien 190i), das auch schon 
in erster Linie die Kleinplastik berücksichtigte, daneben aber auch Werke der großen 
Kunst, Goldschmiedearbeiten, Miniaturen und so weiter abbildete, hat v. Schlosser die 
vorliegende, gegenständlich einheitlichere Publikation' folgen lassen, deren jeder einzelne 
Band _ trotz aller Beschränkung auf das Beste - jenen Vorläufer an Anzahl der Tafeln 
übertrifft. Es ist anzunehmen, daß diese prachtvolle Publikation die Aufmerksamkeit 
der interessierten Kreise in erhöhtem helmserklärt. Damm 
Maße auf die nach gewissen Richtun- auch die Reproduk- 
gen einzig dastehenden Sammlungen tionen der schärfsten 
von italienischen Kleinbronzen der Kritik standhalten, 
Spätrenaissance und flämischen El- ist es ein hoher Ge- 
fenbeinschnitzereien des XVII. jahr- nuß, in diesen beiden 
hunderts hinlenken wird, die das schönen Bänden zu 
l-Iofmuseum birgt und denen sich blättern und die 
die weniger durch ihre Anzahl Bronzen Hans 
als durch ihre künst- Vischers, Wenzel 
lerische Vollendung Jamnitzers, Giam- 
hervorragenden bolognas und Fiam- 
Kleinskulpturen in mingos, die Kehl- 
Stein, Ton, Holz und heimer Steinreliefs 
Wachs anschließen. Hans Dauchers (de- 
Aber nicht nur die ren Gruppe bekannt- 
künstlerische, son- [ich in jüngster Zeit 
dern auch die tech- eine höchst wert- 
nische Qualität der volle Bereicherung 
allermeisten dieser erfahren hat), die 
Übjekte Steht, Wie Holzschnitzereien 
der Herausgeber mit Riemenschneiders, 
Nachdruck hervor- Hans Kels'und Peter 
hebt, auf einer sehr Flömei-s und die El- 
hohen Stufe,was SiCh fenbeine des Lug: 
aus ihrer Provenienz Faydherbe und 
aus der Ambraser Matthias Steinle _ 
Kl-llßtkämmel" EFZ- um nur einige der 
herzog Ferdinands prägnangesgen Ein- 
und der niederländi- drücke festzuhalten 
schenSammlungErz- Armßwhl aus Sßßllnd (1795) 4 an sich vorüber- 
herzog Leopold Wil- ziehen zu lassen. 
An Umfang tritt der begleitende Text bescheiden hinter den Abbildungen zurück; er 
beschränkt sich auf insgesamt 36 Seiten. Wer aber v. Schlossers prägnanten, die viel- 
sagende Knappheit des Aphorismus streifenden Stil und seine strenge Beschränkung 
auf Sachlichkeit kennt, der weiß, was ihm und vielleicht nur ihm innerhalb so eng- 
gezogener Grenzen zu bieten möglich ist. Seine lakonischen Sätze ziehen in jedem 
einzelnen Fall die Summe einer weitverbreiteten Belesenheit, schöpfen aus einer 
Fülle der Anschauung der Denkmäler und bewähren eine untrügliche Sicherheit 
des künstlerischen Takts und Geschmacks; der Adept kann hier aus wenigen Zeilen 
 
 
 
 
 
 
 
  
" Werke der Kleinplastik in der Skulpturensammlung des Allerhöchsten Kaiserbauses. Ausgewählt und 
beschrieben von julius v. Schlosser. l. Band: Bildwerke in Bronze, Stein und Ton. 56 Tafeln und 23 Abbildungen 
irn Text. II. Band: Bildwerke in Holz, Wachs und Elfenbein. 55 Tafeln und 8 Abbildungen im Text. Wien, 
Verlag von Anton Schroll k Co.
	        

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