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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 1)

der Evangelienseite feiert in poetischer Form die Ver- 
dienste des trefflichen Mannes: 
„Christophorus Baro de Zelking Marmore clausus 
Militiae ac generis Gloria magna sui, 
Aedibus in propriis, quas condidit, ipse quiescit, 
Spiritus ad superos Regna beata tenet. 
Plura suis voluit sie commendare diebus, 
Extinctus meritam concidit ante diem. 
Si quis in hoc saxo tanti legis advena nomen, 
Non dedigneris dicere vive Deo." 
Das dritte Distichon scheint darauf anzuspielen, 
daß es Christoph nicht vergönnt gewesen, das Werk, 
an dem er mit ganzer Seele hing, von der Vollendung 
gekrönt zu sehen. Dies war seinem Sohne Veit" vor- 
behalten, der gleichfalls in der Kirche von Kefermarkt 
begraben liegt. Die jetzt in der Wand eingemauerte rot- 
rnarmorneDeckplatte seines einstigenHochgrabes zeigt 
in Reliefdarstellung den Ritter in voller Rüstung, die 
Rechte auf der Hüfte ruhend, die Linke am Schwert- 
griff. Auch seine Verdienste feiert eine Grabschrift: 
„Zelkingae celebri nati de stemmate gentis 
Hic recubant Viti membra sepulta senis 
Militiae clari pacisque per inclyta facta 
Quae sub Caesaribus praestitit ampla tribus. 
Multis pro patria bellis interfuit, aulae 
Austriacae insenuit munia magna gerens. 
Amissum luget plebs subdita. Pauper alumnus 
Neptis at hoc posuit pignus amoris avo." 
SeinSterbedatum ist nicht überliefert ; es fällt jeden- 
falls vor den 5. April 1559.": Der letzte Zelking, der 
deslilggggllläfxggsgjgetail) auf Weinberg (Abb. 1 bis 4)"' saß, Hanns Wilhelm, 
Landrat in Osterreich ob der Enns, „scheint als eifriger 
Protestant -- wahrscheinlich durch die Beziehungen zu seinem Nachbar Georg 
Erasmus von Tschernembl, dem Bruder seines Schwagers, kompromittiert - 
bei dem Umschwunge, welchen die Lage durch den Einmarsch der Bayern 
und die Übernahme der Statthalterschaft durch Herberstorf erfuhr, das Land 
verlassen zu haben, doch sprechen, entgegen der bisherigen Annahme, keine 
Umstände dafür, daß er über die Grenzen in das Reich hinaus flüchtete. Nur 
nach Zelking nahm er seinen Rückzug, wo er dann auch bald, vor dem 
18.8.1628 starb"? Die HerrschaftWeinberg aber ging ein Jahr darauf aus dem 
i" Vgl. über ihn Hoheneck, a. a. O. 111, S. 864 ff. 
i" Starlrenfels, „Der oberösterreichische Adel", S. 588. 
' " Die Illustrationen dieses Aufsatzes sind nach im Auftrage des Österreichischen Museums von Bruno 
Reiffenslein (Wien) gemachten Naturaufnahmen hergestellt. 
1' Starkenfels, a. a. 0., S. 690.
	        

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