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Objekt: Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 106)

dem ein 190 cm großes Gipsmodell gezeigt wurde, und noch entschiedener 
dem 60 cm großen Entwurf der ,.Magna Mater" sprach. Seinen Gipfelpunkt 
e diese Gestaltungskomponente aber unbedingt in den beiden Figuren „Der 
e Mensch" und ..Der brennende Mensch". Welches Gewicht der Meister 
st diesen Arbeiten zugemessen hat, geht auch aus der unendlichen Sorgfalt 
ror, mit der sich Hanak mit dem jeweiligen Thema beschäftigte. So sind 
n 42 Studienblätter zum „Letzten Menschen" in der Ausstellung zu sehen, 
nso Tonbozetti zu beiden Plastiken und schließlich der große Bronzeguß 
r letzte Mensch) selbst. Wir haben schon öfters (z. B. in Alte und moderne 
st Nr. 82) darauf hingewiesen, wie sehr in dem 1922 entstandenen „Bren- 
den Menschen" schon die Formensprache eines Andreas Urteil vorhanden 
eine Formensprache der Unruhe und der Bewegtheit, wie sie den Arbeiten 
chiedener junger Bildhauer Österreichs eigen ist, die eine Abkehr von der 
:ruba'schen Verblockung anstreben. Damit wird aber auch schon die 
nent wichtige Rolle Hanaks in der österreichischen Bildhauerei angedeutet, 
durch diese Ausstellung eindeutig belegt wurde: Er war ein Wegbereiter, 
Neuerer in der österreichischen Bildhauerei, und das in verschiedener Hin- 
t. So arbeitete er selbst am Stein, zum Unterschied zu den Künstlern des 
19. Jahrhunderts, die alle manuelle Arbeit von Handwerkern durchführe 
ließen. Mit der Hand des Meisters ist aber - man könnte sagen, mit jeder 
Hammerschlag - etwas von seiner Persönlichkeit in das Werk eingeganger 
Darum war es wohl auch kein Zufall, daß die Marmorarbeiten und die Bozet 
dieser Schau, bei denen man die Hand des Meisters am unmittelbarsten spüm 
auch am stärksten packten. Seine außerordentlich modernen Ideen, oft schrift 
Iich niedergelegt - wovon ein Beispiel in dem Katalog festgehalten wurde - 
weisen nahezu wörtlich auf Erscheinungen der heutigen Zeit hin. S0 spricr 
er schon von einem kinetischen Straßendenkmal und von Steinbrüchen, w 
die Bildhauer außerhalb der Stadt gemeinsam arbeiten, wie es heute bei de 
Symposien der Fall ist. 
Gleichsam ein Beleg und ein Hinweis zu weiteren Dimensionen waren 70 Hanc 
zeichnungen, die in den Wandelgängen rund um den Arkadenhof hingen. Sl 
bezeugten eine graphische Potenz, die allein schon wert wäre, diesem Künstl: 
mehr Beachtung zu schenken. Eine Dokumentation mit wichtigen Briefe: 
Zeugnissen und Fotos rundete das Bild ab. 
Alois Vog 

	        

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