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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 1)

In der Anbetung der heiligen drei Könige ist die Szene gleichfalls ins 
Freie, vor den Stall verlegt, der jedoch hier ein anderes Aussehen zeigt als 
auf dem vorhergehenden Relief. Rechts am Bildrand sitzt Maria auf einer 
Bank, dahinter an einem Mäuerchen lehnt Josef; von links nahen mit 
bewaffnetem Geleit die drei Weisen aus dem Morgenlande, deren vorderster 
schon vor dem jesukinde ins Knie 
gesunken ist und ihm seine Gabe 
überreicht; im Hintergrund eine 
felsige Baumlandschaft. Die Gottes- 
mutter, im hochgegürteten, engan- 
liegenden Kleid, mit einem Kopf- 
schleier, unter dem die langen 
spiralenförmigen Locken hervor- 
quellen, und mit dem weiten. über 
den Schoß gezogenen Mantel ange- 
tan, sitzt auf polsterbelegter Bank 
mit leicht zurückgezogenem linken 
Bein ganz en face da, mit dem Kopf 
und gesenktem Blick der Bewe- 
gung des nackten Kindes folgend, 
das, von der Mutter unter der Brust 
und am rechten Füßchen fest- 
gehalten, in unbeholfener Bewe- 
gung nach dem golde- 
nen Inhalt des zierli- 
chen Schmuckkästchens 
langt, das ihm der knien- 
de König darreicht. Über- 
aus anmutig ist hier der 
Madonnentypus (vgl. die 
Detailabbildung) ausge- 
staltet, mit dem vollen 
Gesichtsoval, derhohen, 
gewölbten Stirn, den 
hochgeschwungenen 
Brauen, dem feinen, lan- 
gen Näschen, den Grübchen und Fältchen in Kinn und Hals und den hoch- 
sitzenden kleinen Brüsten. Der fein charakterisierte Ausdruck ihres Antlitzes 
zeigt eine Mischung von Liebe und befriedigtem mütterlichen Stolz. Der 
kniende König, barhaupt, im Mantel, schwertumgürtet und mit einer - die 
Reise andeutenden - Ledertasche an der Seite, macht im Überreichen 
seiner Gabe mit der Linken eine sprechende Bewegung, als ob er fürchte, 
daß das Kind sich mit dem zuklappenden Deckel des Kästchens wehtun 
könne. Die kahleren Schläfen deuten ein höheres Alter an, sonst wallen 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Abb. 34. Heiliger Stephanus (Detail) 
(x
	        

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