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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 2)

meisters Thomas Vest 
geboren und somit ein 
Vetter des vorgenann- 
ten Kaspar II. Von seiner 
Hand besitzt das Ger- 
manische Museum ein 
Modell aus weißem ge- 
branntem Ton mit dem 
Wappen der Familie 
Gugel (Abb. 35). Es ist 
rückseitig in Kurrent- 
schrift signiert: „den 
26. 7ber Georgius Vest 
Possirer und Hafner zu 
Creusen. Anno 1608." 
Abb. 33. Modell für Auflagen auf 
Creußener Kriigen, Meister KasparII 
Vest (Vgl. Abb. x3). Sammlung Al- 
brecht in Rothenburg 0b der Tauber 
 
Abb. 34. Modell für Auflagen auf 
Creußener Krügen. Meister Kas- 
par II Vest. Sammlung Albrecht in 
Rothenburg ob der Tauber 
Georg ehelichte im Jänner I6o3 die Tochter Anna des Seilers Banck in 
Creußen und leistete im Juni desselben Jahres den Bürgereid. Seine 
Werkstätte, das elterliche Hafnerhaus, lag schräg gegenüber der lateinischen 
Schule (heutige Nr. 86). Da er sich mit seiner Fertigkeit als Bossierer haupt- 
sächlich in den Dienst der Nürnberger Ofenhafner stellte und für diese 
zahlreiche und ganz hervorragende Arbeiten schuf, überlassen wir die 
Besprechung seines Lebenswerkes dem nächsten Abschnitt. 
Wir haben hier nun noch die Arbeiten eines dritten Mitgliedes der 
Familie zu erwähnen. Der Künstler heißt mit dem Vornamen Johannes und 
wurde als der älteste Sohn des 
eingangs erwähnten Kaspar I 
und der Amalia Vest in den letzten 
Jännertagen des Jahres 1575 in 
Creußen geboren. Gleich seinem 
jüngeren Bruder Kaspar II und 
seinem Vetter Georg I Vest hat 
er sich der Kunst des Bossierens 
zugewendet und diese, soweit 
das vorhandene signierte Mate- 
rial sagt, früher ausgeübt als der 
um ein Jahr ältere Georg I. Neben 
dem geringen zeitlichen Vor- 
sprung gegenüber dern künst- 
lerisch begabteren Vetter hatte 
Johannes noch den einer höheren 
Stufe des bildnerischen Könnens 
für sich. Während Georg, ohne 
auf eine bedeutende perspek- 
tivische Wirkung zu verzichten, 
 
Modell mit dem Wappen der Familie Gugel, 
Meister Georg I Vest, datiert 1608 
Abb. 35. 
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