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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 2)

mit beschränkt sich das Verbreitungsgebiet 
auf den Norden Oberösterreichs und das hart 
an der Grenze gelegene Ybbs. Die Stätte der 
Erzeugung kennen wir noch nicht und lassen 
auch die bereits im Mittelalter bekannten Ton- 
lager bei Pöchlam an der Donau, im Ispertal 
in Niederösterreich sowie jene von Kreuzen 
bei Grein, Tragwein bei Prägarten, Schwert- 
berg und des Mühlflußgebietes in Ober- 
österreich nur Vermutungen zu. Die Figuren 
der Ölberggruppen wurden nicht mittels 
Formen hergestellt, sondern freiplastisch 
erzeugt. Sie sind hohl gearbeitet und einzelne 
unter ihnen haben mehrere neben-, beziehungs- 
weise übereinander liegende Hohlräume mit 
runden Ausschnitten - eine im Vergleich zur 
Abb. s. Tonflgur (Trosxengel eines Öl- Vollplastik gewiß mühevolle Art der Her- 
b"g's)' b""'g:'ef;;:;rfii'hs" Fmia" i" Stellung, die jedoch durch die große Masse des 
verwendeten Materials bedingt schien und den 
Zweck verfolgte, das Brennen der Figuren in allen Teilen zu ermöglichen. 
Die Hände wurden getrennt hergestellt und den Armen eingefügt. Die 
Gruppen sind übrigens nicht mehr vollständig erhalten. Beim Ybbser Ölbergi 
fehlt die liegende Figur des Petrus, welche durch eine solche aus Holz ersetzt 
scheint. Derselbe jünger fehlt bei der Gruppe in St. Florian; beim Kreuzen- 
steiner Ölberg nur der kleine Engel des Trostes. Die Figuren in Ybbs und 
Kreuzenstein sind kalt bemalt, jene des Chorherrenstiftes St. Florian dagegen 
glasiert. Braune und gelbe Farben wiegen vor. So ist das Oberkleid beim 
Christus dunkelbraun, jenes der Apostel gelb und ihr Gewand grün glasiert. 
Christus hat schwarzes, Jakobus braunes und Johannes blondes Haar. 
Weitere Toniiguren, welche stilistisch und zeitlich dieser öster- 
reichischen Werkstatt angehören könnten, sind die der liegenden jung- 
frau mit dem Kinde im Stift St. Florian (Abb. 10) aus 
der Zeit des Propstes Leonardus (Leonhard 
Riesenschmied), 1483 bis 1508, sowie die 
 
 
"' Das Klischee dieser Abbildung wurde 
mit Bewilligung der k. k. Zentral- 
kommission für Denkmal- 
PHCEC hier ver- 
wendet. 
Abb. g. Tonügur (Petrus), bunt bemalt, Burg Kreuzenstein in Niederösterreich
	        

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