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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 3)

Die Nähspitzen, die diese Indianerinnen anfertigen, sind so gut, daß das 
Metropolitan Museum sogar einige davon in seine historische Spitzensamm- 
lung aufgenommen hat. Spitzenausstellungen finden im Winter in Newyork und 
im Sommer an verschiedenen von reichen Leuten besuchten Sommerzentren 
statt. Die Spitzen sind technisch recht gut, in den Mustern herrschen die histori- 
schen Stile. Mit Erfolg ahmt man auch die irländischen Häkelspitzen nach, 
die hier viel gekauft werden. Neue Formen führt das Waterbury Institute 
of Crafts and Industry ein, das eine Lehrerin aus Österreich kommen ließ. 
Ganz besondere Aufmerksamkeit erregten die Arbeiten der „Handicraft 
Guild of Minneapolis", Minnesota, die auch eine Kunstgewerbeschule ins 
Leben gerufen 
hat und zugleich 
für den Vertrieb 
der Arbeiten 
sorgt. Die Schule, 
an der auch spe- 
zieller Unterricht 
in kunstgewerb- 
liehen Fächern für 
angehende Leh- 
rer erteilt wird, 
ist vor allem so 
eingerichtet, daß 
sich die Schüler 
ganz besonders 
genügende Übung 
in praktischer 
Richtung aneig- 
nen- Es werden Frau Sarn Thresher, Kodak-Album aus Leder 
Metallarbeiten 
und Schmuck, Töpferei, Lederarbeiten, Illustration, Plakatmalerei, Kostüm- 
zeichnung, Modellieren, Malen und Holzdruck gelehrt. Dabei geht durch alle 
Branchen ein moderner Geist. Man vermeidet, sich auf Kopieren und Adap- 
tieren der alten Stilarten, wie das hier vielfach üblich ist, zu beschränken. 
Auf die technische Vollendung wird großes Gewicht gelegt, sowie auch auf 
die Harmonie zwischen Material, Form und Dekor. Es sei hier erwähnt, daß 
Minneapolis im Kunstunterricht überhaupt sehr fortschrittlich gesinnt ist, 
was sich schon in den öffentlichen Schulen zeigt. 
Sehr geschmackvollen Schmuck von moderner Zeichnung brachte 
Jeanette Sears aus Grand Rapids, Michigan. Sie hat bei der Forest Craft 
Guild in Grand Rapids studiert, deren gediegene Arbeiten ich früher schon 
beschrieb und die auch zum Teil in dieser Zeitschrift reproduziert wurden. 
' Mit sehr schönen Schmucksachen beschickte Brainerd B. Thresher die 
Ausstellungen. Schon früher wurden hier die Arbeiten des originellen 

	        

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