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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 3)

Kilian und Kustos zahlreiche Ex- 
libris, welche jedoch kein besonderes 
Interesse beanspruchen können. Als 
typische österreichische Beispiele 
aus dieser Zeit zeigt die Ausstellung 
ein reiches Blatt für einen Fürsten. 
Schwarzenberg und für A. Freiherrn 
von Oedt. Letzteres gilt als größtes 
österreichisches Exlibris und wird 
dem Stecher J. A. Thelott zuge- 
schrieben. 
Die letzte Entwicklung des 
Barock, das liebenswürdig heitere, 
spielerisch-tändelnde Rokoko brachte 
auch in Deutschland in der zweiten 
Hälfte des XVIII. Jahrhunderts eine 
ganze Anzahl von hervorragenden 
Exlibriskünstlern hervor. Die reizen- 
Abh ,_ um, Cassmm, den Blättchen von Jeremias Esaias 
Nilson, Martin Tyroff, Daniel Chodo- 
wiecki und J.W. Meil geben ein getreues Spiegelbild ihrer Zeit. Das Wappen 
wird vielfach bloß ein dekoratives Moment, welches in Verbindung mit dem 
Muschelmotiv seine graziöse, wenn auch unheraldische Stilisierung findet. 
Vielfache Verwendung allegorischer, seltener historischer Darstellungen,. 
reicher Trophäen, Draperien, Stilleben mit Zusammenstellung der ver- 
schiedenartigsten Gegenstände kennzeichnen diese Periode, in welcher man 
auch nun landschaftlichen Darstellungen und solchen mit Bibliotheksinnen- 
räumen begegnet. Als Beispiele werden hier das Exlibris von J. W. Meil 
(Abb. 4) abgebildet, ebenso das von J. E. Nilson Für Philipp Adam Rader 
(Abb. 5). Auch die Schweizer Stecher Schellenberg und Dunker schufen 
köstliche Perlen der Exlibriskunst. Leider verwehrt der Raum, näher auf 
diese Periode mit ihren reichen Schätzen einzugehen, es sei hier nur bemerkt, 
daß die Ausstellung ein lückenloses Bild über deren Produktion bietet, indem 
Beispiele der verschiedensten Arten und Typen von Exlibris jener Zeit 
vertreten sind. 
Es erübrigt noch das Rokoko-Exlibris des Auslandes zu berühren, von 
welchem eine größere Anzahl der besten Blätter in systematischer Anordnung 
ausgestellt ist. In Frankreich, England und Italien entwickelte sich die Exlibris- 
produktion im XVIII. Jahrhundert im reichsten Maße. Insbesondere ver- 
schmähten die französischen Buchschmuckkünstler, wie Boucher, Cochin, 
Choffard, Gravelot, Eisen, Moreau, Messager und andere nicht, sich auf diesem 
Gebiete zu betätigen. Auch beim Exlibris kann man die drei Stilentwicklungen 
der französischen Kunst des XVIII. Jahrhunderts unterscheiden, welche. 
nach den ungefähr gleichzeitig regierenden Königen bezeichnet werden. 

	        

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