MAK

Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 3)

ein Fachverein gegründet; es entstanden ungezählte Publikationen, eine 
reiche Literatur. Die ausschlaggebendste Förderung fand aber das Exlibris 
durch die Mode: ein Exlibris zu besitzen gehörte zum guten Ton und sollte 
auch die eigene Bücherei nur das Konversationslexikon, einige Klassiker 
und Erzeugnisse ausländischer Romanliteratur enthalten. Kein Wunder, 
daß in der Exlibrisproduktion der Dilettantismus in erschreckendem Maße 
überhandnahm. Nicht wenig trug die auftretende Sammelkrankheit dazu 
bei, die ein üppiges Tauschwesen mit mehr oder minder gewinnsüchtigen 
Absichten mit sich brachte, galt es doch für den Sammler und die Sammlerin, 
die Zahl der Blätter ihrer Sammlung auf eine möglichst hohe Ziffer zu 
bringen. Es war daher kein leichtes Stück Arbeit, für die Ausstellung aus 
der unzählbaren Fülle nur das wahrhaft Künstlerische auszuwählen. Wenn 
auch dieses Ziel vielleicht nicht immer vollkommen erreicht werden konnte, 
so mögen wohl allzu zarte Rücksichten auf Aussteller und Geschmacks- 
verschiedenheiten unter den Ausstellungsleitern daran Schuld tragen. Im 
allgemeinen ist es erfreulich, daß es den Auswählenden gelungen ist, die 
Klippen „Namenkultus" und „komplette Serie" möglichst zu umschiffen. 
Die Zahl der exlibrisschaffenden Künstler ist eine sehr große und der Zweck 
dieses Berichtes, nur eine knappe Darstellung der historischen Entwicklung 
des Exlibris zu bringen, erfordert daher, sich auf das Hervorstechendste 
der modernen Exlibriskunst zu beschränken. 
Wien ist mit höchst erfreulichen Arbeiten vertreten. Alfred Cossmann 
(Abb. 7) schuf eine große Anzahl zarter Radierungen, die sich durch 
glückliche Ideen und meisterhafte Technik auszeichnen. Marquis Bayros - 
von ihm illustrierte, galante 
Bücher zählen zu den gesuch- 
testen bibliophilen Seltenheiten 
- erfreut mit seinen graziösen, 
vom Geiste des galant-idylli- 
schen Rokokos erfüllten, mit 
subtilster Behandlung der De- 
tails gezeichneten Blättern 
(Abb. 8). Die zahlreichen ein- 
und mehrfarbigen Originallitho- 
graphien Maximilian Lieben- 
weins sind nicht immer gleich- 
wertig; das häufig wieder- 
kehrende Pferdemotiv ist für 
ihn höchst charakteristisch und 
kennzeichnet meistens auch 
seine besten Blätter. Die Ex- 
librisradierungen Alois Kolbs 
fallen durch ihre für ein Exlibris 
wohl kaum passende Größe Abb. 10. Hans Frank 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.