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Full text: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 3)

vergessen die phantastischen und geistreichen Radierungen Albert Weltis, 
des zu früh Verstorbenen. 
Von England wäre eine Reihe von hochstehenden Künstlern zu nennen: 
der klassizistische R. Anning Bell, Walter Crane, der Meister der prägnanten 
Buchmarke Gordon Craig und viele andere. Besonders die Zeitschrift „The 
Studio" hat sich wiederholt mit der englischen Exlibriskunst befaßt und gibt 
über sie eine reiche Übersicht. In Amerika dominieren die knappe Buchmarke 
und der virtuose Stahlstich, in welcher Technik French, Spenceley und 
S. L. Smith besonders Her- 
vorragendes leisteten. 
Gute künstlerische 
französische Exlibris zäh- 
len zu den Ausnahmen im 
Verhältnis zur dilettanti- 
schenMasseMerkwürdiger- 
weise haben die französi- 
schen Plakatisten, die be- 
rühmten Karikaturisten, die 
Impressionisten keine Ex- 
libris geschaffen. 
Sonst wären noch in 
Spanien Triadö und Mar- 
quis Riquer und in Ruß- 
land Somoff und der 
Deutschrusse von Gruene- 
waldt zu nennen. 
Belgien hat Vorzüg- 
liches durch seine Künstler 
Rassenfosse, denbekannten 
Rops-Freund und -Schüler, 
Khnopff, Donnay, vanOffel 
und andere geleistet. Das 
übrige Ausland, besonders Italien, ist ziemlich arm an Künstlerexlibris, doch 
ist von letzterem Lande ein Name zu beachten, der die Aufmerksamkeit 
weiter Kreise auf sich zieht: G. B. Stella. Der junge Turiner Meister hat das 
Phantastisch-Symbolische von Welti, das Großzügige in der Komposition 
von Kolb, das Duftige der Radierungstechnik Bastaniers zu einem eigenen, 
originalen, unabhängigen Stil vereinigt. Seinen erfindungsreichen Blättern 
entströmt poetischer, vielfach mystischer Hauch und versetzt den Betrachter 
in nachdenkliche Stimmung. Stellas beste Schöpfungen scheinen die, in 
welchen er sich auf das Einfach-Symbolische, unter geschickter ornamen- 
taler Stilisierung der Flächen, beschränkt (Abb. 13). Der demnächst neu 
erscheinenden vierten Mappei" seiner Exlibris darf man mit freudiger Erwartung 
" München, W. Warnecke. 
 
Abb. 13. G. B. Slella
	        

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