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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 3)

die von den Knien abwärts, an die durchsichtige Schleierhülle des Schoßes ansetzend, 
bauschige Pluderhosen trägt, eine Variation in rot, grün und blau. Und sein Symbol ist jene 
von ihm gezeichnete „Tonne sacree", die Schildkröte mit Perlen behangen, verwandt jener 
Schildkröte aus den Paradis artii-iciels des Huysmanschen Ä Rebours, deren Schale mit 
Juwelen inkrustiert war. F. P. 
ERLIN. VERSTEIGERUNG DER SAMMLUNG DR. RICHARD 
QERTEL-MÜNCHEN. Am 6. und 7. Mai gelangt im Kunstauktionshaus 
Rudolf Lepke-Berlin die in weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Sammlung 
Dr. Richard Oertel in München, soweit sie plastische Bildwerke umfaßt, zur Auktion." 
Die Kollektion, welche sowohl an Zahl wie an Güte der einzelnen Figuren und Gruppen 
unsn-eitig als die bedeutendste Privatsammlung Süddeutschlands, ja vielleicht Deutschlands 
überhaupt angesprochen werden darf, umfaßt vorwiegend Werke der schwäbischen und 
bayrischen Schule, greiit jedoch auch mit einigen Arbeiten nach den österreichischen 
Alpenländern und selbst nach Italien hinüber; auch der Niederrhein ist mit etlichen 
Werken vertreten. Das Schwergewicht der Sammlung, die rund 200 Nummern zählt, 
beruht auf der Holzplastik. Das Bestreben Dr. Oertels, nur möglichst unberührte Stücke 
zu sammeln, hat die Kollektion zu einer für die Zukunft kaum mehr erreichbaren Höhe 
geführt, die selbst einige wenige, hinsichtlich des Originalzustandes fragwürdige Stücke 
nicht zu beeinträchtigen vermögen. Dieser Umstand einerseits, wie anderseits die Mannig- 
faltigkeit der Sammlung in ikonographischer, stilistischer, künstlerischer und kunst- 
geschichtlicher Beziehung läßt es unmöglich erscheinen, aus der Zahl die bedeutsamsten 
und wertvollsten Werke einzeln hervorzuheben, es sei denn, daß man in einer großen, 
wohl mittelrheinischen Madonna vom Ende des XV. Jahrhunderts alle Vorzüge in gleicher 
Weise vereint erblicken möchte. Möge es Museen wie Privatsammlern gelingen, den 
größten Teil und die besten Stücke für Deutschland zu retten! Ph. M. Halm-München 
EIPZIG. INTERNATIONALE KARIKATURENAUSSTELLUNG 
1913. Auf dem Gelände der Internationalen Baufachausstellung wird der Leipziger 
Künstlerverein, der älteste in Leipzig bestehende Verein aktiver Künstler, eine internatio- 
nale Karikaturenausstellung eröifnen. Der Verein wird ein eigenes Gebäude auf dem Aus- 
stellungsgelände an hervorragender Stelle errichten. Zur Ausstellung werden gelangen 
Malerei, Plastik, Zeichnungen, Graphik und auch Karikaturengebilde auf dem Gebiete der 
Architektur. Der Leipziger Künstlerverein ist mit den hervorragendsten Karikaturisten 
in Verbindung getreten und hat Zusagen namhafter Künstler bereits erhalten. Es ist klar, 
daß eine derartige Ausstellung ein großes Interesse nicht nur bei der ganzen deutschen 
und ausländischen Künstlerschaft, sondern auch bei allen Kunstfreunden hervorrufen 
wird. Der Leipziger Künstlerverein hat seit Monaten in dieser Sache umfangreiche 
Vorarbeiten in die Wege geleitet. Eine besondere Ausstellungskommission ist emsig tätig, 
weitere Künstler für die Ausstellung zu interessieren. Die vom Leipziger Künstlerverein 
zur Versendung kommenden Prospekte (Versandstelle Künstlerhaus, Bosestraße) besagen, 
daß die Ausstellung die moderne und auch die historische Karikatur umfassen soll. 
ARISER AUSSTELLUNGEN. Die in der Gesellschaft „La cimaise" vertretenen 
Künstler zeigen gegenwärtig ihre Leistungen in dem großen Saal der Galerie Georges 
Petit. Edgar Chahine erfreut die zahlreichen Anhänger seiner Kunst auch diesmal mit 
einer schönen Serie von Pastellstudien (Frauenköpfe) und mit seinen etwas drastisch, 
durchwegs künstlerisch behandelten Volksszenen in Originallithographien. 
Sehr merkwürdig wirken die Fresken von I-Ienri Marret. Es ist eine gesunde, kräftige 
Komposition, welche bestimmt ist das Aerium in Ares zu schmücken. Die allegorischen 
4' Der mit x21 Lichtdrucktafeln ausgestattete, 2x3 Nummern beschreibende Auktionskatalog ist soeben 
erschienen.
	        

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