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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 3)

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Figuren sind auf eine besonders präparierte Leinwand gemalt, welche den Eindruck macht. 
als ob es grober Sandstein wäre. 
Jean Remond hat eine ihm durchaus persönliche, poetische Auffassung der Stimmungs- 
landschaft geschaffen. Seine große LandschaR „Grand etang de Correze", eine prachtvolle 
Gewitterstimmung am Seeufer, prangt an verdienter Stelle, am Ehrenplatz. Drei kleinere 
Arbeiten von demselben Künstler sind jede in ihrer Art sehr bemerkenswert. 
Francois Louis Schmied stellt zehn Originallithographien aus, in welchen der 
eigenartige Charakter seiner geschickten Stilisierungen angenehm von der Banalität der 
Nachbarbilder absticht. Man bewundert die zielbewußte, sichere Linienführung; es ist ein 
Maximum von ElTekt mit den scheinbar einfachsten Mitteln erzielt. 
Hiermit ist bezüglich der Malkunst der interessanteste Teil der Ausstellung erschöpft; 
es wären dann noch drei kleine niedliche Bildchen von Reymond Woog hinzuzufügen, in 
denen die Kinder wie Blumen aussehen und die Blumen sich wie lebendige Wesen aus- 
nehmen. 
Erwähnung verdienen noch die Landschaften von Marcel Bain, darunter eine 
sehr gelungene Dämmerlichtstudie, die Stilleben von Henri Calvet, sechs farben- 
freudige Bilder aus Algier von Leon Cauvy und die bekannten guten Landschaften 
aus der Bretagne von Fernand Maillaud. Rodolphe Fornerod fällt durch seine kräftigen 
Entwürfe und seine äußerst summarisch behandelten, scharf abgegrenzten Licht- und 
Schattenpartien auf. Diese Effekte wirken in der Nähe etwas hart und derb. Die Figuren 
sind hier von glücklicherer Wirkung als die Stilleben, in denen das Obst gar zu hölzern 
aussieht. 
Unter den phantastisch stilisierten Landschaften, wie Illustrationen für ein Märchen- 
buch, betrachtet man nicht ohne Wohlgefallen jenes Bild von Edouard Montchablon, 
welches mit „Les adieux" betitelt ist. Alles darin ist ungewöhnlich, einer Traumwelt 
entnommen. 
Auf dem Gebiet der Skulptur ragt vor allem Edouard Marcel Sandoz hervor, welcher 
uns hier durch fünf äußerst verschiederye Arbeiten, lauter vollendete Kunstwerke, erfreut. 
Von der ziemlich großen Bronzestatuette der Tänzerin „Tierka" kann man nur sagen, daß 
man sie sich nicht vollkommener denken könnte. Der Schimpanse in Onyx ist eine 
sympathische Persönlichkeit, deren kostbares Material vorteilhaft zur Geltung kommt. 
Ebenso geschickt in der Wahl des Materials als in der Ausführung sind die beiden Wind- 
hundköpfe (eine Art Doppelpomät) in gesprenkeltem grauweißem Marmor. Obwohl 
insbesondere die stilisierten Tiere von Sandoz berühmt sind. kann man auch seinen 
Porträtbüsten die besten künstlerischen Eigenschaften nicht absprechen. Wir sehen dies 
hier durch die Bronzebüste von Madame Marcel und das Bildnis in Gips (Marguerite V. 
bezeichnet) bestätigt. 
Nicht uninteressant ist eine Serie von modellierten Reliefskizzen von Maurice 
Charpentier. Dieselben stellen eine Unmenge von Posen dar, „gestes danses" genannt, in 
denen man teilweise den Eindruck der russischen Ballette, teilweise die Kunst Isidora 
Duncans wiederlindet. Für den Bildhauer bildet die Kunst des Tanzes unzweifelhaft eine 
Quelle moderneren Empiindens, welches darin besteht, Leben und Bewegung in diese 
allzuleicht schwerfällig wirkende Ausdrucksweise der Kunst zu bringen. 
Henry Bouchard stellt ein junges Mädchen mit einer Gazelle und eine kleine Bronze- 
gruppe: Stiergefecht aus. Mademoiselle Jozon bringt einige niedliche Gipsstatuetten. Die 
kleinen Tiergruppen in Bronze sowie einzelne kleine Kunstgegenstände in Ebenholz und in 
verschiedenen Marrnorgattungen sind gute, oft sehr geschickt stilisierte ausdrucks- 
volle Kompositionen von Henri Vallette. 
Bei Georges Petit findet gegenwärtig auch eine Sonderausstellung des Malers G. de 
la Perche statt, welche sich einer sehr regen Besucherzahl erfreut. Es sind dort 34 Porträte 
vereinigt von Persönlichkeiten aus den bekanntesten Theater- und Künstlerkreisen. 
Vor allem lacht uns der Blondkopf der so-beliebten Mademoiselle Marie Leconte (vom 
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