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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 4)

Garten zu Easlon Lodge, Essex (nach Latham) 
heit leben und nicht unter dem Zwang der Schere schmachten. Ein Garten- 
stil, der, Y um wieder den Ausdruck jener Zeit zu gebrauchen, - nur für 
„Tyrannen" erfunden schien, verwandelte sich vor den Augen jener 
Menschen in eine Art Zwingburg, die gebrochen werden muß. 
Die Spottlust einerseits und die erwachte Naturliebe andrerseits fanden 
überdies in den Übertreibungen und spielerischen Geschmacklosigkeiten des 
späten Barockgartens willkommene Kampfobjekte. Gleichzeitig hatte eine 
mit der Naturschwärmerei parallel laufende Abnahme der architektonischen 
Phantasie die künstlerische Gestaltungskraft gelähmt. War der Barockgarten 
eine Fortsetzung des Salons unter freiem Himmel, so bedeutet der nun ent- 
stehende Landschaftsgarten ein Hereinziehen der Natur in das Haus, eine 
Befreiung vom Zwange der Mauern, ein Entrinnen aus der Haft der Ge- 
mächer. Man will nicht wie bisher das Leben und Treiben im Hause im 
Garten fortsetzen, man will ungebunden sein, frei aufatmen, unbeobachtet 
sich selbst gehören, man will, wie man sich poetisch ausdrückte, „ausruhen 
am Busen der Natur". 
War der Garten bisher ein Werk der Architekten, so wurde er nun ein 
Werk der Maler. So wie der Maler aus schönen Einzelheiten, die er in 
seiner Studienmappe gesammelt hat, in seinem Atelier ein Landschaftsbild
	        

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