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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 4)

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Garten im Döblinger Conage in Wien (nach „Österreichische Ganenzeixung") 
 
Freien, und wie dort alle Heimlichkeit und Schönheit auf dem Raum und 
seiner Möblierung beruht, so hier- auf der Einteilung und der richtigen 
Disposition der Pflanzen, Brunnen, Treppen, Wasserbassins, Statuen, Vasen 
und kleinen Architekturen. Raumbilden ist aber nicht mit Abschließen iden- 
tisch. Weit entfernt, den Garten mit freier Natur zu verwechseln, sollen Licht 
und Farbe, die Pracht seiner Blumen, der Schatten seiner Lauben, das 
ganze eigenartige stille Leben und Weben, das in ihm waltet, uns ein will- 
kommenes Mittelglied sein zwischen der engen Umschlossenheit des Hauses 
und der offenen Weite der Außenwelt. 
Wie durch weit geöffnete Fenster muß man, wo die Umgebung es 
wünschenswert erscheinen läßt, einen Ausblick genießen auf die Stadt, auf 
entsprechende Architekturen, auf Fluß und Gebirge, weit hinaus ins Land 
oder auf das Meer. In gleicher Weise müssen die Vorteile des Terrains ver- 
ständig ausgenutzt werden. 
Ebenso wie man in einem Zimmer, und sei es noch so groß, auf- und 
abgeht, oder, wenn man an irgendeinen Punkt gelangen will, die kürzeste 
Linie wählt, aber niemals sich im Kreise oder in Schlangenlinien bewegt, 
so dürfen auch Gartenwege nur dann von der geraden Linie abweichen, 
wenn es die Umstände erfordern, aber nie gleichsam eigensinnig und im 
Nachäffen der natürlich entstandenen Fußwege über Wiesen und Felder, 
deren Beispiel hier nicht am Platze ist. 
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