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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 5)

dem Neuesten zu verblüffen. Ganz im 
Geschmacke der Zeit und ähnlich wie bei 
den Porzellanzimmern, die mit ostasiati- 
schen oder Meißner Erzeugnissen ausge- 
stattet sind, ist das Porzellan im Zimmer 
rhythmisch angeordnet, bildet einen inte- 
grierenden Teil der Gesamtkomposition 
und soll den dekorativ wirksamsten 
Schmuck des Raumes darstellen. Das 
ganze Zimmer ist gleichsam ein großer 
Prunkschrank für Porzellan, den aber der 
Beschauer nicht von außen betrachtet, 
sondern in den er eintreten kann, um 
jede Einzelheit aus beliebiger Nähe zu 
genießen. Das Zimmer ist für das Por- 
zellan ei- 
gens kom- 
poniert 
unddieses 
nichtnach- 
träglich 
erstherzu- 
gebracht. Jedes 
Stück hatte im 
Gesamtentwurf 
seinen eigenen 
 
Abb. 22.  t d 
Bumbemalte Vase aus dem Porzellanzimmer a z un war 
auch nach sei- 
ner Form und malerischen Ausstattung an ein fest- 
gestelltes Programm gebunden. Soweit stimmt unser 
Porzellanzimmer mit den übrigen bekannten Por- 
zellanzimmem jener Zeit überein. Was es von ihnen 
unterscheidet und es zu einem in seiner Art einzig 
dastehenden Interieur macht, das sind die unzäh- 
ligen, fein bemalten Porzellanplättchen, mit denen 
Wände und Möbel verziert sind. Wie reicher 
Juwelenschmuck fügen sie sich in Zierleisten und 
Umrahmungen, in Möbel, Fenster und Türen ein. 
Das Zimmer ist wie besät mit diesen kleinen Bildl A I 
chen und ihrem zierlichen ostasiatischen Blüten- 
dekor. Der Gedanke, im Getäfel der Wände kleine 
Fliesen anzubringen, stammte vielleicht von Du 
Paquier selbst, dem aus seiner niederländischen 
Heimat solche Fliesenverkleidungen etwas Ge- 
Abb. 23. Buntbemalte Vase aus 
dem Porzellanzimmer
	        

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