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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 6 und 7)

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bei Riemenschneider das Gewand einen wichtigen, ja den wichtigsten 
Stimmungsträger. Wo finden wir nun in der auf dröhnendes Pathos hin- 
zielenden Faltenfülle der drei Kefermarkter Schreiniiguren auch nur den 
geringsten Anklang an die maßvolle fränkische Weise. Bei Riemenschneider 
knittert und knistert es in den eckigen Faltenbrüchen, durch die Gewänder 
Abb. 4. Heiliger Paulus und heiliger Simon von Tilmann Riemenschneider im Bayerischen National- 
museum in München 
des Kefermarkter Meisters mit den dichten langen Faltenzügen geht volles 
Rauschen. „Das beliebte Motiv des vom Winde umgeschlagenen Mantel- 
saums", das nach Toennies' Vorgang: Ubell als ein Spezifikurn heranzieht, 
beschränkt sich aber keineswegs auf Riemenschneider allein, sondern kommt 
in Schwaben so gut wie in Franken, im Elsaß so gut wie in Tirol vor, genau 
so wie auch „die Gewandsäume mit dekorativ wirkenden, meist sinnlos 
"' Toennies kannte eben nur seinen Riemenschneider-Kreis. Ebenso unglücklich war es, auch noch der 
Mondsichel, auf der die Kefermarkrer Madonna steht, als eines Kriteriums für Riemenschneider zu gedenken.
	        

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