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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 6 und 7)

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die Bedeutung einer 
selbständigenWand- 
bildung im Sinne 
einer Wandmalerei 
erlangen. 
Ebenso hat Pro- 
fessor Löffler mit ei- 
ner von ihm litho- 
graphierten Tapete 
einen kleinen Raum 
(für ein Gartenhaus) 
ausgestaltet, die für 
sich vollständig den 
Raum beherrscht. Es 
ist eine eigenartige 
Leistung eines stre- 
benden Künstlers, 
der sich als Maler 
fühlt. Er duldet höch- 
stens eine weiße Pla- 
stik neben seiner far- 
bigen Wand. Abge- 
sehen von gewalt- 
samen Knickungen 
der Tapete, die eine 
zu bewegte Grund- 
rißform hervorruft, 
besitzt die Anwen- 
dung dieser groß- 
_ formigen, zarttoni- 
Tapete der Firma julxus jacksch, (Älz{:i:S::)ff, entworfen von Dagobert Pech: gen Tapete in dem 
kleinen Raum einen 
großen malerischen Reiz. Diese Tapeten bedürfen nur geringer Ergänzungen 
durch Möbel und Plastik, um einem Raum eine fertige Wirkung zu 
verleihen. 
Im Eintrittsraum zeigt Architekt Lichtblau die Fähigkeit, Anregungen 
einer hochentwickelten Kunstperiode zu verarbeiten. Er beherrscht den 
Farben- und Linienreiz der Barockzeit und verbindet diese Anregungen so 
glücklich mit selbständigen Ideen, daß ihr Ausdruck ein solcher wird, der 
ganz im Empfinden unserer Zeit liegt. Diese Arbeit tritt damit in starken 
Gegensatz zu jenen, die von den alten Stoffen und Tapeten nur das Äußer- 
liche des Motivs übernehmen, nicht den Geist, der die Wirkung bestimmt. 
Professor Dr. Strnad geht in seiner Raumgestaltung sogar so weit, Aus- 
schnitte von Tapeten in chinesischem und antikisierendem Charakter im
	        

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