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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 6 und 7)

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wenn die nötige räumliche Distanz eingehalten wird, die einem bedeutenden Denkmal 
gegenüber eingehalten werden muß. Da sind nur mehr die Qualitäten des Aufbaues, des 
Umrisses, der Masse und Proportion entscheidend. 
Es wäre sehr wichtig, daß dieses grundlegende Moment bei der Ausführung des 
gewählten Projektes mehr Rücksichtnahme erfahren möge, als heute noch die Neigung zur 
populären Pose erfuhr. 
ALERIE MIETHKE. FerdinandI-Iodlergehört zu den markantesten Erscheinungen 
der modernen Malerei und zugleich zu den Repräsentanten der Nation, welcher er 
entstammte. Sein Name ist ein Programm, dessen vornehmstes Thema der Mut zur monu- 
mentalen Ausdrucksform, zum großen Umriß ist, welcher ohne die akademische, aber 
mit der volkstümlichen Tradition zu wirken sucht. 
Daß auch Studien und Entwürfe einer solchen Persönlichkeit, selbst wenn sie 
nur bescheidenen Umfanges sind, willkommen geheißen werden, ist natürlich. Eine 
kleine Sammlung stimmungsvoller Landschaften aus Frankreich und Spanien, die in 
der Galerie Miethke zu 
sehen sind, gewährt 
einen Einblick in ein 
frühes Entwicklungs- 
stadium Hodlers, als 
ihn tonige, weichge- 
stimmte Naturaus- 
schnitte beschäftigten, 
die sichtlich unter fran- 
zösischem Einfluß ent- 
standen. 
Einige herbere Na- 
turstudien weisen auf 
die allmähliche Selbst- 
befreiung seiner Natur 
hin, die ihre eigenen 
energischen Schritte 
wagt - auch unmittel- 
bar vor der Natur. End- 
lich findet sich in Kom- 
positionsskizzen und in 
den ergänzenden Akt- 
studien zu diesen der 
ganze stark persönliche 
Charakter jener künst- 
lerischen Erscheinung, 
die wir heute mit dem 
Namen Hodler ver- 
binden. 
Solche Wandlun- 
gen sind immer sehr 
lehrreich und anre- 
gend; die Studien, wel- 
che sie belegen, sind 
wertvolle Dokumente 
mensChlicher und külßt" Tapete der Wiener Tapetenfabrik Thausig 8: Komp., entworfen von Arlur 
lerischer Art. Schorisch (Raum 7) 
53'
	        

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