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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 8 und 9)

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dies der Grabstein des Erasmus von Laiming, gestorben 1406, der im Ost- 
flügel des Kreuzganges aufgestellt, ursprünglich aber, wie schon die nach 
dem äußeren Rand fußende Schrift der Schräge beweist, als Platte eines 
„erhebten", das heißt den Boden um Steinesstärke oder etwas mehr über- 
ragenden Grabes dienteß Die Hauptzier des Steines bildet die in einer profi- 
lierten Vertiefung ruhende heraldische Figur eines Löwen, dessen Haupt 
durch einen Stechhelm mit dem Kleinod der Laiminger, der Katze, völlig 
verhüllt wird; der mehrfach geteilte Schild der Laiminger bedeckt fast den 
ganzen Körper des Löwen; in den Vorderpranken hält dieser die Stange 
 
Abb. u. Vom Grabstein des Abtes Simon Farcher im Kloster Seeon 
eines Fähnleins. Als unzweifelhaften Beweis für die Urheberschaft Heiders 
erkennen wir die Ringpupille der Katzenaugen, die in Knöpfchen endigenden 
Locken des Löwenfelles, die langgesträhnten Schweifhaare, dann die Pranken 
mit den scharf absetzenden Gliedern und den stählernen Muskeln, lauter 
Motive, denen wir schon an der Aribo-Tumba und an Abt Farchers Monument 
begegneten. Die bisher falsch gelesene Umschrift lautet richtig: „I-Iye leyt her 
erasem von laiming, Qui obiit i die circumcisionis am anno am m0 cccc" 
Sexw Requesc' i E. oram" Abgesehen von den stilistischen Eigentümlich- 
keiten scheint aber auch noch der Umstand für die Hand Heiders zu sprechen, 
daß die Laiminger, die im Kloster Seeon ihre Sepultur hatten -wahrscheinlich 
' Die Kunstdenkmale des Königreichs Bayern, I, 1846 und Tafel 236; - Riehl, Geschichte der Stein- und 
Holzplastik in Oherbayem a. a. O. S. 58.
	        

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