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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 8 und 9)

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Antlitz mit charakteri- 
stisch geformter Nase, 
eine von Falten durch- 
furchte Stirne, unter der 
ein Paar kleine lebendige 
Augen hervorblinzeln, 
ein kleiner {eingeschnit- 
tener beredter Mund, 
ein keck ausladendes 
spitzes Doppelkinn; das 
alles eint sich zu einem 
lebenswahren Ganzen, 
aus dem uns neben Ernst 
und Würde auch ein Zug 
von Heiterkeit und Froh- 
mut anzublicken scheint. 
Nur eins mißglückte dem 
KünstlendieVerkürzung 
der Ohren. Trotz dieser 
Schwäche bleibt das Bild- 
nis eines der besten seiner 
Zeit. Weit überragt es 
den Simon Farcher in 
Seeonund den AbtLeon- 
hard in Salzburg. 
Eine eigenartige 
Stellung unter den Grab- 
steinen der ersten Hälfte 
des XVJahrhundertS im Abb v d T b d _ _ _ 
Bereich Salzburgs ninnnt . 24. on er um sinne; jgügiiiiniglgfgljesllHZCTIQUEI m der Stifts- 
jenerdesPropstesPetrus 
Pienzenauer, gestorben 1435 , in der Stiftskirche zu Berchtesgaden ein 
(Abb. 23). Schon die Gesamtanlage des Grabmals stellt einen neuen Typus dar. 
Man bezeichnet ihn vielleicht am geeignetsten als den der Scheintumba. In 
die Mauer ist die Längswand einer Tumba eingelassen und unmittelbar über 
dieser der Länge nach oben schräg zurückgeneigt, scheinbar als Deckplatte 
der Tumba, der relietierte Grabstein mit dem Bildnis des Propstes. Daß diese 
seltsame Anlage eines sozusagen in die senkrechte Ebene projizierten Hoch- 
grabes die ursprüngliche ist, erhellt deutlich aus den drei wagrechten und 
parallel laufenden Inschriftzeilen, von denen zwei die Bildplatte einsäurnen, 
während die dritte auf der Schräge des Unterbaues eingemeißelt ist. Die 
Legende lautet: „A" d" (l) m0 cccc" xxx v" 0' reuerendus i xrTö E et düs dEs 
petrvs pyenczenawer pptüs huig monastery Inberchtesgaden. In die Sti 
adriani." Der Propst steht in vollem Ornat auf zwei von einander abgekehrten
	        

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