MAK

Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 11)

sehen war. Nur tra- 
ten diesmal die na- 
turalistischen Typen 
in größerer Zahl auf, 
die keinen architek- 
tonischen, sondem ei- 
nen malerischen Auf- 
bau erstrebten und so 
der landschaftlichen 
Umgebung gerecht zu 
werden glaubten, in- 
dem sie die Natur- 
nachahmung in die 
Natur versetzten.Von 
den Prämiierten er- 
freut daher Buzzi- 
Quattrini am meisten, 
der eine sitzende, in 
breit fließenden Man- 
tel gehüllte Figur auf 
niederem Sockel treff- 
lich aufbaut. Eine ed- 
le und diskrete und 
darum fürdenintirnen 
Poeten ausdrucksvol- 
leArbeit, die über dem 
strikten Naturalismus 
steht. K. Philipps auf 
Heinrich Tessenow, Entwurfskizze zu einer lüeinhausgruppe an einer stark hohem Felsenaufbau 
ansteigenden und krummen Straße stehende Figur birgt 
den schweren Kon- 
flikt der Naturkopie im Aufbau mit der freien Behandlung der Figur. H. Scholz betont mit 
seiner lebhaft bewegten Gruppe, die den schreitenden Spaziergänger mit zwei Blumen 
darbietenden Kindern verbindet, in anderem Sinne den Naturalismus der Darstellung. 
In kleinem Maßstab wirken diese Werke reizvoll. Das anspruchsvolle Denkmal in 
Lebensgröße wird höheren, strengeren Forderungen zu entsprechen haben. Manches nicht 
anerkannte Projekt ist den ausgezeichneten ebenbürtig. 
 
KUNSTSALON PISKO: MAX OPPENHEIMER. JOSEF PENNELL. 
In geschmackvoller Anordnung zeigt Max Oppenheimer eine Anzahl seiner letzten 
Arbeiten bei Pisko. Ein Künstler, der den jüngsten Versuchen und Bestrebungen folgt, 
dem der Kubismus, Luminismus, Expressionismus geläufig ist und der dabei von einer 
großen Geschicklichkeit der Hand, von einem ausgezeichneten Feingefühl für die Farbe 
geleitet wird. Seine Porträte haben die Vortrefflichkeit routinierter Zeichnung und das 
zart gestimmte Kolorit eines Verehrers alter Meister; daneben klingen abgeschwächt durch 
eine diskrete Übersetzung die Ideen verschiedener modernster Reformatoren an. Seine 
Bilder religiösen Inhalts, die Szene aus dem Operationssaal und einige Sülleben betonen 
noch schärfer den Eindruck, den die jüngsten Franzosen und Italiener in der Seele des 
Künstlers hinterlassen haben. Daß so Verschiedenes mit so viel Geschick, Geschmack und 
Geläufigkeit vorgetragen wird, wirkt allerdings etwas verstimmend. Man ist nicht über- 
zeugt, daß es direkt aus persönlichem, tiefem Erlebnis stammt. Man muß aber über die 
Sicherheit staunen, mit der es gebracht wird.
	        

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