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Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 11)

des Fürsten Liechtenstein) kommt rnit der größten Wahr- 
scheinlicbkeit der Mantuaner Bildhauer und Medailleur 
Sperandio (1525 bis 1595) in Betracht, dessen großzügige 
Medaillen (so besonders die des Niccolo da Correggio) 
zahlreiche Analogien ergeben. Ebenso ist dies der Fall 
bei der von Sperandio signierten Reliefbüste des Ercole I. 
von Este im Louvre (abg. Venturi, a. a. O., S. 790). 
Italienische Holzi-iguren der Frührenaissance sind 
in den nordalpinen Sammlungen außerordentlich selten 
vertreten. Um so freudiger begrüßten wir die Erwerbung 
einer thronenden Madonna mit dem goldenen Apfel in 
der Rechten, deren tiefe und feierliche Schönheit durch 
die erhaltene alte Bemalung noch gehoben wird (Abb. 7). 
Die Figur ist die erste aus der Reihe gotischer I-Iolzliguren, p .. 
die wir dem Burgherrn auf Kreuzenstein verdanken. Sie 
ist unteritalienischen Ursprungs, aus der Umgebung von 
Messina, und dürfte in der zweiten 
Hälfte des XIV. Jahrhunderts ent- 
standen sein. Tiefblau ist das Ge- 
wand, der rote Mantel ist mit 
schwarzen Punktrosetten geziert. 
Die Schmalseiten des Thronses- 
sels sind in doppelten Rundbogen Abb, unteritalienjsche 
durchbrochen. Das Ende des Gür- HD1158" d" Madßnna- 
tels hängt von der Schnalle ab- xlvgej;",'f,'",f',ffp'f,ajf""' 
wärts in den Schoß. Voll weicher 
zierlicher Schönheit reiht sich ihr eine Bozener Madonna 
in Edelfrauentracht mit der Krone an (Abb. 8); auch sie 
prangt noch in der alten Fassung über dem Linden- 
holz. Wie aus den Runkelsteiner Fresken getreten, 
sitzt sie vor unseren Augen im festlichen roten Gewand 
mit weißen Punktrosetten, dem gelben zierlichen Gürtel 
und den langen, weißgefütterten Ärmeln, die ein 
Stickereimuster tragen, ineinandergesteckte schwarze 
Blütenkelche (oder Pelzwerkdarstellung). Auch diese 
Figur ist noch im XIV. Jahrhundert entstanden. 
Nur wenig Jahrzehnte später, um 1400, ist die 
reizende, innig beseelte kleineLindenholzgruppe (Abb. 9) 
der Madonna mit dem Kinde zu datieren, die wiederum 
in der Originalfassung erhalten ist. Die Jungfrau sitzt, 
wenig nach links gewendet, auf dem Polster der Bank. 
Abb. a. Holzfigur Die Linke stützt das stehende, in ein langes Hemdchen 
d"Mad"""a' B"""' Xm gekleidete Kind, das einen Vogel in der Linken trägt 
Jahrhundert (Museum in _ _ 
Troppau) und die Rechte segnend über den Apfel in der Rechten 
 

	        

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