MAK

Volltext: Monatszeitschrift XVI (1913 / Heft 12)

 
beitsfeld wohl noch größere Erfolge von ihm 
erwarten. Dieser Künstler hat genügend bewie- 
sen, welcher Art seine Kunstideale sind und hat 
seine Kunsthandwerker zu ernster, sorgfältig 
durchdachter Arbeit in einer Weise erzogen, 
daß sie die Arbeit um ihrer selbst willen lieben, 
das ist eine Leistung, wie sie wenigen gelingt. 
Die Schönheit der Materialbehandlung, die 
Fähigkeit, Gedankliches im Stoiflichen auszu- 
drücken, die Beseelung des toten Stückes, all 
das hat Ashbee seinen Arbeitern mitzuteilen 
gewußt. Die Ausführung der Kunstgegenstände 
ist ebenso ausgesprochen individuell, gediegen 
und ehrlich wie der Entwurf selbst. 
Gehen wir nun zu den Arbeiten selbst über. 
Abbildung 1 (Seite 652), ein silberner, mit Perl- 
mutter verzierter Deckelpokal, wird am Fuße von 
einer Reihe durch getriebenes Blattwerk vonein- 
ander getrennten Buckeln umgeben. Die kleinen 
Perlmutterfelder sind von Filigrandraht umgeben. 
Die gleichen Motive wiederholen sich mit ent- 
sprechenden Varianten rund um den Becher und 
um den Deckel. Der Knopf des letzteren wird 
von gegossenen Delphinen getragen. Die Höhe 
des ganzen Be- 
chers beträgt bloß 
fünfzehn englische 
Zoll. Zur vollen 
Wirkung dieses 
Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe 
r g 1 3- x g r qjarcliniere aus vergoldetem Sil- 
ber, entworfen vom Architekten E. J. Wim- 
mer, ausgeführt von der Wiener Werkstätte 
Ausstellung österreichischer Kunst- 
gewerbe xgx3-1gr4. Täschchen 
aus Chenillen von Stephanie Hun- 
falvy, Wien 
Stückes müssen wir uns noch das Spiel der 
Lichter, das Schillern der Perlmutterfelder 
in den drei aufeinandergestellten Teilen und 
die farbige Gesamterscheinung hinzudenken. 
Abbildung 2 (Seite 652) zeigt eine Kaffee- 
kanne in Silber. Der Entwurf folgt bekannten 
englischen Traditionen, weist aber doch be- 
sondere Originalität im Detail auf. Der Knopf 
hat die Form eines Tannenzapfens, der untere 
Henkelansatz die einer Traube, der obere geht 
" in eine Maske über. Abbildung 3 (Seite 653) 
zeigt einen silbernen Kelch, der gleichfalls tra- 
ditionelle Züge aufweist und einige Ähnlichkeit 
mit den englischen elisabethinischen Kelchen 
besitzt oder besser gesagt, an sie anzuknüpfen 
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