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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 1)

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Häusergruppen mit Bäumen stehen. Ähnlich ist das Mittelstück mit einer 
Flechtwerkrosette, umgeben von Gitterfeldern, graviert. Das Ganze ist 
außerordentlich exakt durchgebildet, und die Sorgfältigkeit der Arbeit ist 
auch daran zu erkennen, daß der Goldschmied selbst an einer selten sicht- 
baren Stelle, nämlich da, wo die Fußplatte oben an der Rückseite der 
Schauseite angebracht ist, eine fein durchbrochene, zierlich gravierte 
Scheibe eingesetzt hat. 
In derselben Goldschmiedewerkstätte dürfte wohl die Montierung einer 
runden Deckelterrine (Abb. 6) mit vierseitiger, an den Ecken geschwungener, 
abgeplatteter tiefer Untertasse (Abb. 7) entstanden sein." Bei dieser ist das 
Gitterwerk noch reicher durch- 
gebildet und zu den Kameen 
kommen noch Brillanten und 
kleine Muscheln dazu. Laub- 
und Bandelwerkfriese mit Gitter- 
und Flechtwerk sind bunt auf 
den Rändern der Untertasse 
aufgemalt, deren Fond ein kreis- 
rundes iigurales M edaillon, um- 
geben von ähnlichen Feldern 
wie auf dem Rande, mit Brust- 
bildern zweier Damen sehen 
läßt. Im Mittelfeld sind in einer 
Landschaft fünf nackte Putten 
zwanglos stehend, kniend und 
sitzend gruppiert, die Tee und 
Schokolade trinken. Unten im 
Vordergrund ist ganz klein die 
Signatur des Malers C. F. auf- 
 
Abb. B. Deckel der Wiener Porzellanterrine (Abb. G) mit Gold- _ _ 
montierung (Kaiserliche Eremitage. St. Petersburg) gemalt- Ebenso W13 die Deckel" 
schale ist auch die zu der eben 
beschriebenen Untertasse gehörige Terrine gefaßt. Die durchbrochenen 
Gitterfelder mit Kameen und Steinen lassen auf dem Gefäß selbst zwei, 
auf dem Deckel (Abb. 8) vier Felder frei, die wiederum in landschaftlicher 
Umgebung dieselben nackten Putten zeigen. Auf der Terrine sind es einmal 
zwei Knaben, die eine am Boden vor einer Säule stehende Gruppe fertig 
gebrannter Porzellane betrachten, Vasen, Becher und Schalen. Das zweite 
Bild zeigt sodann drei Putten mit Tassen und Vasen. Einer sitzt an der 
Töpferscheibe und dreht eine Schale. Wie die bisher besprochenen drei 
Felder geben auch die vier des Deckels hübsche Darstellungen aus der 
Porzellanfabrikation. Da erblicken wir einen Putto, der mit dem Blasbalg 
vor dem Töpferofen das Feuer anbläst, während ein zweiter einen Krug 
" Der Goldschmied hat das gemalte kombinierte Flechtwerk- und Gittermuster der Untertasse (Abb. 7) 
auf der eben besprochenen goldenen Platte (Abb. 5) der Schale verwendet.
	        

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