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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 2)

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Reihe bedeutsamer Auszeichnungen den Glanz des Propsttums gehoben 
hatte. 
Es scheint in der Tat, als ob das Denkmal, obwohl es seinem Charakter, 
seiner Stimmung nach in die Reihe der Grabmäler gehört, gerade zur Ver- 
ewigung jener Ereignisse geschaffen worden wäre, welche nicht nur in der 
Laufbahn Schombergs glän- 
zende Gipfelpunkte, sondern 
auch für das Propsttum von 
Preßburg die Erwerbung her- 
vorragender Privilegien be- 
deutet haben. Die Gestalt des 
Propstes er- 
scheint nicht 
im gewohnten 
liturgischen 
Ornat der bi- 
schöflichen, 4-52; 
priesterlichen 
Grabmäler des 
Mittelalters. 
Der Krumm- 
stab ist zur Seite gestellt und 
die fein ausgeführte, reich 
verzierte Mitra darüberge- 
zogen. Die beiden Bänder 
derselben fallen steif herun- 
ter, während aus dem Innern 
der Mitra der an dem Krumm- 
stab befestigte Panisellus in 
feinen, weichen Falten herab- 
hängt, hinter dem Krumm- 
stab die vertikale Linie der ar- 
chitektonischen Umrahmung 
 
 
 
Gestalt herstellt. Über der 
Mitra erhob sich die Krüm- 
mung des Stabes, sie ist jedoch 
abgebrochen, so daß nur der 
mit spitzbogigenArkaden ver- 
zierte Nodus erhalten blieb. 
Der Körper 
des Propstes 
ist mit dem 
langen, wei- 
ten Priester- 
gewand be- 
decktDarüber 
trägt er das 
lange, jedoch 
nicht bis zur 
Erde reichende Rochett, des- 
sen dünner Stoff sich von 
jenem unterscheidet und sich 
in dichten, regelmäßigen, ver- 
tikalen, doch weichen Falten 
anschmiegt. Darüberbel-indet 
sich nun die Kutte, ein wei- 
ter Mantel aus dickem, wei- 
chem Stoff, mit der über den 
Kopf gezogenen Kapuze, 
unter der noch die runde 
Kappe und ein schmaler Streif 
unterbriCht und, sich mit der "m" 23' . des Haares hervorscheinen. 
_ __ _ _ [Grahkreuz am Fned- _ _ 
Figur beruhrend, die Verb1n- hof in Griffen Die Tracht wird durch den 
dung zwischen Rahmen und breitkrempigen Prälatenhut 
ergänzt. Die zu dem Hut gehörenden Schnüre sind nur unterhalb der Brust 
dargestellt und tragen mit ihren Liniengruppen, ihren je zehn Quasten 
Abwechslung in das Faltensystem der Gewandung hinein. Die behandschuhte 
Linke ruht auf der Brust, darüber hält die Rechte ein Schriftstück. Durch 
die Annahme, daß dies die Ernennung zum Vizekanzler der Universität sei, 
haben wir alles auf die verschiedenen Würden und Vorrechte Schombergs 
Bezügliche beisammen und erblicken außerdem links über der Nischen- 
öHnung das Wappen des Verstorbenen, einen gekrönten Greif, in dem in
	        
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