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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 2)

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wichtigsten Bewegungen und Persönlichkeiten seiner Zeit nicht vorüberging, zeigen 
Blätter von Marees, van Gogh, Liebermann, Menzel und andern. Manche Entdeckung 
feiner Begabungen, die bei uns wenig oder gar nicht bekannt geworden sind, machte die 
Durchsicht der Mappen lohnend. Allen Künstlern voran beherrschte aber Schwind das 
Gebotene. Ihm ist im höchsten Maße die schöne Eigenschaft bedeutender Persönlich- 
keiten eigen, das kleinste Blättchen mit ihrer Eigenart zu adeln. Im einfachsten seiner 
Croquis liegt jene Abrundung und Reife, die ein Ganzes aus jedem Einfall herausholt. 
Darum repräsentiert er ja auch jene Zeit am besten, der die Photographie noch unbekannt 
war, die den Naturalismus als Barbarei empfand. 
DIE WIENER STEINGUTFABRIK VON JQSEF HARTMUTH UND 
SIMON VVINKLER. Das Kaiser Franz Joseph-Museum zu Troppau erwarb 
kürzlich aus dem Wiener Kunsthandel eine ovale Steingutplatte mit zierlicher schwarzer 
Malerei. Im Fonde der 
Schüssel ist eine iigural 
stafl-ierte Landschafts- 
gruppe zu sehen, ein 
Gebäude, das von Bäu- 
men flankiert ist. Den 
Rand zieren kleine 
Streublumen. Sofort 
erkenntlich ist die Be- 
einliussung des Dekors 
durch Wiener Porzel- 
lane. Gerade solche 
schwarze Landschaf- 
ten waren daselbst in 
der zweiten Hälfte 
des XVIII. Jahrhun- 
derts sehr beliebt. Über- 
raschenderweise ist 
nun die Troppauer 
Steingutplatte signiert, 
sie trägt nämlich den 
eingepreßten Trocken- 
stempel WIEN und 
ein S, was offenbar eine Modellnummer oder einen Modellbuchstaben vorstellen soll. Es 
ist dies das erste mir bekannt gewordene Stück Steingut von Wiener Provenienz, und die 
nette Ausführung des Dekors läßt auf eine gute Malerstube dieser Manufaktur schließen, 
so daß es sich wohl verlohnen würde, nach weiteren Arbeiten aus derselben zu suchen. 
Auch urkundliches Material kann ich nachweisen, allerdings ist dasselbe noch sehr klein, 
wird sich aber bei systematischem Nachforschen im Archiv der Stadt Wien wohl sicherlich 
erweitern lassen. Die im Archiv des k. k. Finanzministeriums aufbewahrten Akten der 
k. k. Wiener Porzellanmanufaktur enthalten drei Eintragungen, deren Inhalt sich auf diese 
Steingutmanufaktur bezieht und der hier auszugsweise mitgeteilt wird. Am 2. Februar 1798 
schreibt der Wiener Magistrat an die Direktion der Porzellanfabrik. daß der fürstlich 
Liechtensteinsche Architekt Josef Hartmuth und der Galanteriehafner Simon Winkler 
in der Roßau um ein Privilegium auf x5 Jahre zur Verfertigung von Steingutgeschirr 
nachgesucht haben und bittet um eine Außerung in dieser Angelegenheit. 
Am i. Juni 1798 desselben Jahres versammelte sich in der Universität eine 
Regierungskommission zur Untersuchung der chemischen und technologischen Eigen- 
schaften des vom Kunsthafner Winkler verfertigten Steingutes. An dieser Kommission 
 
Wiener Steingutplatte von Hartmuth und Winkler
	        

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