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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1865 / 3)

verschaEt, sondern auch im eigenen Interesse des Etablissements, dem die Beschäftigung 
so hervorragender Künstler, wie es die Herren Architekten Essenwe in, Hieser und 
Bürdtle sind, gewiss nur zur Erweiterung seiner Kundschaft dienlich sein kann. 
(Neu ausgestellte lirßlßllslltnllv.) .Seit der Drucklegung der vorigen Nummer 
sind folgende Gegenstände im Museum neu zur Ausstellung gelangt: 
Am ld. N ovember: Zwei Holzschnitzereien, Eigenthum Ihrer Majestät der Kaiserin 
Carolina Augusts; oruamentule Gypsgiisss nach römischen Marmor-Arbeiten iurlatera- 
nensischeu Museum; spanische Porcellan-Fnyeneen, Geschenk des Herrn Consuls Fried- 
land; englische Fayencen aus der Fabrik von Minton d: Comgn, Geschenk. des Herrn 
Sectionsrathes v. Schliffer; ein italienisches Temperabild, Eigenthurn des Herrn Lair; 
ferner ein mit Perlen und Granaten verziertes Gebethuch, Eigentlium des Herrn Sintzel; 
Florentiner Silber-Filigran-Arbeiten aus dem Besitze des Herrn Baron vßamerra; Photo- 
graphien nach Arbeiten des Bildhauers Knoll in München, und die Photographien nach 
den Concursprojecten zur Restaurirung der Facade des Domes Santa Maria del Fiore in 
Florenz. Die Ausstellung von Werken Raphael Donner's hat gleichzeitig eine Berei- 
cherung erhalten durch eine vergoldete Bronzebiiste des Fürsten Wen zel v. Liechten- 
stein aus dem Arsenals, ein Marmor-Relief aus dem Besitze des Herrn Dr. Kluger, 
einen todten Christus mit einem Engel, Relief aus Blei, Eigenthum des Herrn Lucky, 
und ein Cruciiix. dem Herrn Marschall gehörig. 
Am 20. November: Eine Anzahl Proben von farbigen und weisssn gelitzten Glas- 
tafeln des Herrn Jules Dopter, die in der gegenwärtigen Ausstellung der Uwüm esntmle 
in Paris ungewöhnliches Aufsehen nicht blos wegen der Eleganz der Zeichnung, sondern 
auch wegen der Gleichmässigkeit des Tones und der Wohlfeilheit des Preises hervor- 
gerufen habeu'). 
Am 23 November: ZwölfPrachtgefässa aus der k. Schatzkammer, meist der 
Renaissance-Zeit zugehörig "); 2T Bandzeichnungen aus der erzherzogl. Albrechfschen 
Sammlung, und zwar Rafael? Trausfigurntion und reizende Arbeiten von Dumoustier, 
Bouch er, Chardin und Watteau, die drei letztgenannten geistvollen Repräsentanten 
der heutigen Tages so viel bewunderten Kunst des verflossenen Jahrhunderts; 4 Donner- 
sche Skizzen in Blei zu dem Brunnen am neuen Markte, Eigenthum des Hm. de Vigne; 
Alt-Wiener Porcellan aus dem Besitze der Herren Consul Friedland, Cnnrad Wendl 
und Kaff; eine grosse Anzahl von Terrneotteu und Nachahmungen antiker Tlnngefässe 
aus der Thonwsarenfabrik des Herrn Bransewetter; 7 Gypsabgiisse antiker Sculpturen 
aus der Münchener Glyptothek; endlich kirchliche Oelgemälde der Historienmsler Pro- 
fessoren Peschel und Ehrhardt in Dresden. 
Am 5. Decernber: Zwölf prachtvolle Emailleller von Limoges, mit Darstellungen 
aus dem alten Testamente Dieselben sind durch Mologranrm als eine Arhsit des Jx Limosin 
bezeichnet und gehören mit zu dem Schönsten, was in farbigem Email bisher zur Ausstel- 
lung kasn. Sie sind Eiganthurn das Fürsten Livio Odescalchi. Ferner ein Gobelin aus 
der Reihe der im Teppich-Depot des kaiserl. Hofes zu Schönbrunn befindlichen, nach den 
Cartons von Vermeyen- ausgeführten Teppiche; jspanesisches Porzellan aus dem Besitze des 
Herrn Wendl; eine grössere Anzahl von Glasgegenständen aus der grlß. Harrachhxchen 
Glasfabrik zu Neu-Welt in Böhmen; ein Geschiitz-Visirlineal, verfertigt im k. k. Arsenals; 
ferner eine der geistvollsten Arbeihzn Rafael Donner's. Dieselbe besteht in dem Modelle 
zu einem Monumente, welches der Kaiserin Katharina von Russland in Moskau hätte er- 
richtet werden sollen, und stellt die Kaiserin auf einem Pegasus reitend dar, umgeben von 
vier allegorischen Figuren. 
Am 9. Decembsr: Eine lebensgmsse Madonnastatue, in currarischem Marmor, aus- 
geführt von Professor L. Ferrari in Venedig. Eigenthum des Herrn J. M. v. Miller; 
ein gothisches silbernes Rauchfass aus dem StiRe Seitenstetten; mehrere Statuetten 
von Raphael Donner aus dem Besitze der Herren Fruhwirth und Prof. Stein; eine 
antike Marmarbiiste, dem Herrn Hofrath v. Hell gehörig, und ein geschnitztes Holsbild, 
du Trelfen bei Oeversee darstelleud, so wie zwei kleinere Scbuiharbeiteu vom Bildhauer 
Rint aus Linz. 
(Slciermmklscher KunslInduslrle-Vereln In Graz. Bekanntlich hat sich 
zu Ende des Jahres 1864 nach dem Vorbilde des k. k. österreichischen Museums in Graz 
ein Verein fiirKunstindustrie gebildet, welcher schon im laufenden Jahre eine interessante 
(auch vom österr Museum beschickte) Exposition kunstgewerblicber Arbeiten älterer und 
neuerer Zeit veranstaltet hat und damit umgeht, ein bleibendes Museum zu Begründen Der 
Verein hat seine Sammlungen inzwischen in einem: zu diesem Zmclmslgens gernletheten 
Locale aufgestellt. Vorläufig stehen dieselben jedsn Sunntagvon I0--l'2 Uhr zur speciellen 
Bcuiitlung du Vsreinsmitglisder eilen, die von der freien Besichtigung des llunmns He'- 
' Süd du: llüld "Nun Erwchmgen" h du gtglnwinißm Nulmar. 
" Sin- m Hunden Nnth mm- um! Gegunntirlde.
	        

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