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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 3)

norwegische Landschaften. Von den wenigen Skulpturen waren die von 
Karl Milles die besten. Eine Kunst ganz besonderer Art sind die impressio- 
nistischen Holzschnitzereien von Axel Döderhult Peterson. Seine charak- 
teristischen Gruppen sind von einer frappierenden Sicherheit des Ausdrucks. 
In der dänischen Abteilung gab es neben ganz altmodisch anmutenden 
Landschaften und Genrebildern extremste Moderne, wie zum Beispiel die 
Bilder des jüngeren Harold Giersing, einige Porträte von Axel Jorgensen, 
das in seiner Schlichtheit so eindrucksvoll impressionistisch gehaltene Bild 
„Abendglocken" von Einar Nielson und Arbeiten von Swane Sigurd und 
Edward Weihe. Zu den ideenreichsten der jungen dänischen Künstler 
gehört jedenfalls J. T. Willumsen. Vilhelm Hammerhois aufs feinste aus- 
geführte Landschaften oder gar Lauritz A. Rings an die alten Tage der 
Düsseldorfer Glorie erinnernden Bilder bildeten die starken Gegensätze. 
In der norwegischen Abteilung waren unter andern der Plainairist 
Dircks Christian Krogh mit seinem prächtigen Selbstporträt und einigen 
seiner Fischerbilder, sein hypermoderner Sohn Per Krogh, ein Schüler des 
Matisse, der Impressionist I-Ienrik Lund und Edvard Munch. Unter den 
jüngeren Karsten Thorwald Erickssen und O. Wold-Tone. Ferner Thorolf 
I-Iolmboe, Harold Sahlberg, Soren Onzager, die man in der reichhaltigen 
Ausstellung nicht übersehen konnte. 
Von den Ausstellungen, die auch das Kunstgewerbe mit einbeziehen, 
muß vor allem dieArchitectural League genannt werden, die in den Räumen 
der Fine Arts Society stattfand. Unter den Werken der Architektur machte 
sich der Kirchenbau angenehm bemerkbar. Der bedeutendste Entwurf war- 
der für die Kathedrale der Inkarnation in Baltimore, von den Architekten 
Cram, Goodhue und Ferguson. Der Bau liegt frei auf einer Anhöhe, was in 
den amerikanischen Großstädten um so wichtiger ist, als sie sonst unter 
den riesigen Profanbauten nicht zur Geltung kommen. Die Kirche ist im 
frühgotischen Stil gehalten. Carerre und Hastings, die zu unseren ersten 
Architekten gehören, haben die geschmackvolle Whiting Memorial-Kapelle 
ausgestellt, die zur neuen St. Johns-Kathedrale gehören soll. Sie steht auf 
einer Anhöhe der Morningside-Hügel in Newyork. Dieselben Architekten 
haben auch eine Anzahl schöner Geschäftshäuser für die Fünfte Avenue in 
Newyork entworfen, die besonders bis zur 59. Straße fast ausschließlich 
den vornehmen Geschäften gewidmet ist. Auch ihr Entwurf für die prächtige 
Kunstgalerie Knödler, in englischer Renaissance, war ausgestellt. 
Von der andern großen Newyorker Architekteniirrna Mac Kim, 
Mead 8: White, waren die Pläne und Ansichten der großartigen neuen 
Newyorker Post-Office und verschiedene andere Bauten, darunter das Haus. 
für den Präsidenten der Columbia-Universität, sämtlich in Renaissanceformen, 
ausgestellt. Von großen Geschäftshäusern (Wolkenkratzern) waren das 
Seneca-Gebäude in Buffalo von Mac Kenzie, Vorhees und Gmelin in moderni- 
sierter Gotik und das Candler-Gebäude in Newyork, von Williams, Shape 
und Brady turmartig entworfen, besonders erwähnenswert. Von Robert
	        

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