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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 3)

noch erreichbaren Werke Führichs gegeben wäre; vielmehr steht zu erwarten, daß das 
durch die Publikationen der letzten Jahre neubelebte Interesse für den- Meister noch 
manches bisher verborgen gebliebene Werk aus seinem Schlupfwinkel wird aufstöbern 
helfen. Aber für lange hinaus wird Wömdles Werk der Führich-Katalog bleiben und als 
unerläßliche Ergänzung zu dem Werke Dregers Geltung haben. Welche Mühe es sich der 
Verfasser hat kosten lassen, um eine möglichst weitgehende Vollständigkeit seines Ver- 
zeichnisses zu erzielen, ermißt man, wenn man erfährt, daß er nach den öffentlichen Auf- 
rufen in den Blättern mehrere tausend briefliche Umfragen an öffentliche Sammlungen 
und an Privatbesitzer ergehen ließ, Briefe, von denen viele wiederholt werden mußten 
und trotzdem unbeantwortet blieben. Die Aufnahme auch der Stich- und I-Iolzschnittfolgen 
nach Zeichnungen von Führich versteht sich wohl von selbst; und daß die Behandlung 
der einzelnen Nummern des Verzeichnisses ungleichmäßig ist, indem der -Inhalt der 
Zeichnungen und Bilder hier beschrieben und dort übergangen wird, hängt wohl zum Teil 
wenigstens damit zusammen, daß Wörndle vielfach auf die vagen Angaben alter Auktions- 
und Ausstellungskataloge sich angewiesen sah. In der eigentlichen Bibliographie 
(„Schriften über Führich") ist Wörndle wohl ein bißchen zu weitherzig gewesen, indem 
er zum Beispiel so 
ziemlich alle Re- 
zensionen der Dre- 
gerschen Publika- 
tion, auch die in 
den Tagesblättern 
erschienenemdarin 
aufgenommen hat. 
Einen erfreulichen 
Schmuck des Ban- 
des bilden die acht 
Bildbeigaben, dar- 
unter die Reproduk- 
tion des wunder- 
vollen Ölbildes (Ru- 
dolf von Habsburg und der Priester), das der Künstler 1870 im Auftrage der Erzherzogin 
Sophie für weiland den Kronprinzen Rudolf gemalt hat und das jetzt der Fürstin Elisabeth 
Windisch-Graetz gehört. Unter den dokumentarischen Beiträgen (Aufzeichnungen Führichs 
des Vaters und des Sohnes, Briefe an und von Führich) interessieren besonders die 
Akten und Briefe über die Kunstmission, die den Künstler im Jahre 1838 nach Venedig 
führte, wohin er als Vertrauensmann der Akademie entsendet war, um für dieselbe 
eine Auswahl aus jenen Bildern zu treffen, die über Anregung des Erzherzog-Vizekönigs 
Rainer an Wien abgetreten werden sollten. Das mühsame Werk, die Frucht einer lang- 
jährigen Arbeit und das Denkmal liebevollster _Hingebung an den großen Meister, 
verdient den Dank aller, die sich mit Führich beschäftigen und deren Zahl von Jahr zu 
Jahr zunimmt. Df- U- 
FFENBACH AM MAIN. AUSSTELLUNG VON KUNSTWERKEN 
AUS PRIVATBESITZ. Der Verein für Kunstpliege und die Technischen Lehr- 
anstalten unternahmen den Versuch, einen Überblick über die Kunstschätze in privaten 
Händen zu geben. Man hatte vielfach gefürchtet, ein solcher Versuch müßte fehlschlagen, 
es gäbe nicht genug in einer Stadt wie Offenbach, um den Aufwand zu rechtfertigen. Aber 
das Gegenteil war der Fall. Obgleich einige der besten Sammlungen sich ablehnend ver- 
hielten, war die Ausstellung schließlich so reichhaltig und qualitätvoll, daß sie ein frohes 
Gefühl von dem wachsenden Verständnis für Kunstwerte auch an entlegeneren Orten 
hinterließ. Dies Resultat entsprang aus zweierlei Quellen. Einmal war es alter Familien- 
 
Oifenbacher Fayencen 
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