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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 3)

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des Fünffache gegenüber. Nach kaum fünfzehnjährigem Betriebe dieses Gebäudes erwies 
es sich schon als zu enge, und heute verfügen die Sammlungen allein über 5000 Quadrat- 
meter, die Bibliothek über mehr als das Doppelte der früheren Räumlichkeiten, und dem 
Ausstellungswesen steht eine Halle von r 500 Quadratmeter zur Verfügung. In unermüd- 
licher, umsichtiger, in jüngster Zeit mit verdoppeltem Eifer fortgesetzter Arbeit, die 
- dessen sind wir sicher _ rastlos fortgesetzt werden wird, wurde unsere Textil- 
sammlung zu einer der reichsten und interessantesten der Welt gestaltet; die keramische 
und Glasabteilung, durch Stückzahl von andern übertroffen, ragt hervor durch die Fülle 
auserlesener Objekte, auch die Abteilungen der Kleinplastik und der metallischen Künste, 
weiterer Ausgestaltung dringend bedürftig, bergen Schätze allerersten Ranges. Die 
Ornamentstichsammlung zählt längst zu den besten, die Bibliothek gehört zu den liberalst 
organisierten der Welt. 
Das alles ist mit immer knappen Mitteln in diesen 50 Jahren hier vereinigt worden. 
Der Ausbau der Sammlungen, nicht mehr, wie es in den ersten Dezennien üblich war, 
durch vielerlei, sondern durch Objekte bester Art, ist die ernsteste Sorge der ihrer Ver- 
antwortung voll bewußten Beamten des Hauses. Und wenn das Österreichische Museum 
auch Gutes suchte und sucht von überallher und aus allen Kulturepochen aller Kultur- 
nationen, denn es soll auf allen Gebieten reiche Anschauung und Belehrung vermitteln, so 
ist doch der Gedanke hier immer lebendig gewesen, dal] es Pflicht sei, dem reichen Boden 
der Heimat entstammendes Kunstgut vor allem zu retten. Nicht aber ein Depositorium, 
sondern ein Leben und Bildung weckendes Erziehungsinstitut soll das Österreichische 
Museum sein. An der Fruchtbarmachung der Sammlungen für Fachleute, für Gelehrte, 
Künstler, Industrielle, Handwerker, für alle Schichten der Bevölkerung ist unermüdlich 
und mit Erfolg gearbeitet worden. Und wie die Belehrung am Objekt eine große Rolle 
spielte, so ist die wissenschaftliche Ausbeutung der hier vereinigten Kunstschätze, die auf- 
klärende und belehrende Arbeit durch Schrift und Wort immer mit einer Intensität 
gepflegt worden, die ihresgleichen kaum anderswo gefunden hat. Schon vor 25 Jahren hat 
die Ausstellung der vorn Österreichischen Museum ausgegangenen Publikationen und der 
durch dessen Angehörige selbständig herausgegebenen Schriften viele Vitrinen eines 
Saales erfüllt. Es war die Zeit der fruchtbarsten Produktion, die in der Folge durch 
viele treflliche Arbeiten fortgesetzt worden ist. Vieles ist für den Tag geschrieben gewesen, 
als Propagandaschrift, vieles außer Kurs gekommen, aber unendlich viel geistige Arbeit 
ist geleistet worden, die ihren Nutzen gestiftet hat. Und während die Schriften Eitelbergers 
sich an die Fachleute wandten, grundlegend und zum wissenschaftlichen Aus- und Aufbau 
anregend, so sprach Falke vor allem zum Publikum, und wir machen uns heute kaum 
mehr eine deutliche Vorstellung von Wirkung und Einlluß der damals mit wahrer Begei- 
sterung aufgenommenen Schriften wie jene über die Geschichte des modernen Geschmacks, 
die Ästhetik des Kunstgewerbes und die Kunst im Hause. 
Bedenken wir ferner die Wirkung, welche dieses Haus durch seine Vortragstätigkeit 
ausgeübt hat auf alle Kreise, auf die unmittelbar zur künstlerischen und wissenschaftlichen 
Arbeit Berufenen, auf die Gesellschaft, auf den Mann aus dem Volke. Mehr als eineinhalb- 
tausend Vorträge und Führungen sind hier abgehalten worden, die besten Kräfte Wiens 
und Österreichs und viele hervorragende Männer des Auslandes haben hier gesprochen: 
Kunstgelehrte, Künstler, Techniker, Volkswirte und Naturforscher. Als Eitelberger im Ball- 
hause die Vorträge ins Leben rief, war das populärwissenschaftliche Vortragswesen Wiens 
gänzlich unentwickelt. Trotz der ungeheuren Entfaltung, die es in diesen 50 Jahren 
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