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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 4)

zweite mit Schäfergruppen in Land- 
schaft, von denen eines hier abgebildet 
ist, ganz aus dem Geiste des deutschen 
Rokoko hervorgegangen und zählen zu 
den reizvollsten Leistungen der Fabrik. 
Hierzu sind auch die einfacheren De- 
jeuners zu rechnen, die mit ihrem ein- 
farbigen grünen, purpurnen, zart rosa- 
roten sowie auch in zwei oder drei Far- 
ben ausgeführten Blumendekor eine 
für Berlin charakteristische Gattung 
darstellen. Eine weitere Gruppe bilden 
die nach Meißner Vorbild ausgeführten 
Fondporzellane mitMalereien inweißen 
Reserven. Der Grund, oft in einem 
tiefen Königsblau gehalten, ist hierbei 
häufig durch zierlichen Golddekor 
belebt. Ge- 
gen Ende  
der sechzi-  
ger jahre 
erscheinen 
auch Servi- 
cemit„Ovi- 
dischen Fi- 
guren",von 
denen aber 
nur wenige 
Reste auf 
uns gekommen sind. Später tritt, so wie in den 
übrigen Fabriken, der Gemmenschmuck auf, an- 
tike Köpfe in Medaillonform, in sehr verschiedener 
Ausführung. Um 1780 tritt die Mode der Silhou- 
etten an Stelle der Gemmen. Sie ist die Vorläuferin 
der sentimentalen Gattung und der häulig nicht 
sehr geschmackvollen „sprechenden Porzellane", 
unter denen die witzigen und humorvollen noch 
die erträglichsten sind. 
Auch bei den Vasen zeigt sich zur selben 
Zeit noch ein feines, nicht allzu üppiges, jedoch 
keineswegs dürftiges Rokoko, wie wir es an den 
beiden hier reproduzierten Beispielen sehen, der 
Potpourri-Vase des Hamburger Kunstgewerbe- 
 
Weimar-Vase mit dem Bildnis Friedrichs des Großen, 
J. G. Müller, 1785 
_ n _ Vase mit dem Bildnis Friedrich Wil- 
museums, mit Vogeln auf den Zweigen an der helmslll.(ÖsterreichischesMuseum)
	        

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