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Metadaten: Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 58 und 59)

Innigkeit und religiöse Verklä- 
rung seiner (jestalten. Der Ent- 
wurf der Erzabtei Sankt Peter 
ist ein Arbeitsexemplar, die Neue 
erxverbung der Residenzgalerie ist 
jedoch das fertig gemalte Modell. 
Beide Exemplare zeigen eine Di- 
vergenz zum Hochaltarbild in 
der Handhaltung des jesuskindes. 
Der Ankauf ist für Salzburg be- 
sonders erfreulich, da Kremser 
Schmidt noch zahlreiche andere 
Altargemälde für Sankt Peter 
schuf. 
VUertvoll ist auch die Erwer_ 
bung eines XVerkes von  G. 
Plazer: „Der reiche Fischfangwl) 
und eines Gesellschaftsstückes 
des Grazers Franz Christoph 
janneck. Beide vertreten eine 
kleinmeisterliche, fast miniatu- 
renhafte Feinmalerei, wobei Jan- 
neck vor allem durch franzö- 
sische Vorbilder (XVatteau) inspi. 
riert scheint. 
Von Carlo Loth, einem in 
Venedig tätigen Münchener, er. 
warb die Galerie die „Heim- 
kehr des verlorenen Sohnes". 
Seine Bedeutung liegt vor allem 
darin, daß er der Lehrer zahl- 
reicher österreichischer Barock- 
maler war, darunter Rottmayr, 
Weissenkirchner, Strudel u. a. i 
Rottmayr und Vifeisscnkirchner 
sind in der Galerie bereits vertree 
ten -; so ist mit dieser Erwer- 
bung nun auch ihr Lehrmeister 
gewürdigt. 
Unter den italienischen Neuerwer- 
bungen ist wohl G. B. Piazzettas 
Modello für die Kirche Santa 
Maria della Fava in Venedig 
„Die Madonna erscheint San Fi- 
lippo Neri" das Glanzstück 
(Abb. 2). (Besonders, wenn man 
bedenkt, daß das Kunsthistorische 
Museum kein VUerk dieses vene- 
zianischen Hauptmeisters be- 
sitzt.) Piazzettas kunstgeschicht- 
liche Bedeutung liegt vor allem 
in seinem neuen Aufbauschema, 
seinem Einsatz für das Kompo- 
sitionsgesetz des Rokoko, das 
in einer vielfach gewinkelten Linie 
von vorne unten nach rückwärts 
oben in die Raumtiefe verläuft. 
Auch dieNeuerwerbung dokumen- 
tiert dieses Kompositionsprinzip 
in ganz besonderer Weise. Der 
Entwurf für die Favakirche ist 
zwischen 1725 und 1727 ent- 
standen. Ein zweites, wesentlich
	        

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