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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 4)

der mit einem farbigen Streifen umwunden ist, abgegrenzt, die Blumen sind 
lose über die Fläche verstreut und werden von Schmetterlingen und andern 
Insekten umschwärmt. Die Blumen sind naturgetreuer aber steifer gezeichnet 
als früher; einen besonderen Vorzug bildet ein schönes Purpurrot. 
Eine Reihe weiterer Tafelservice wurde in den Jahren 176g und 1770 
vom König sowohl für Sanssouci sowie für Charlottenburg bestellt. Sie führen 
die Fabriksbezeichnungen Osier, Neuglatt, Königsglatt und Königsglatt mit 
Palmendurchbruch. Den Dekor bilden schwebende Kinderfiguren in Purpur 
nach Boucher, bunte Chinesen oder andere Figuren. Kettenartig ver- 
schlungene zarte Girlanden bestreiten den Schmuck der Ränder, wofern diese 
nicht mit einem Flechtmuster in Relief verziert sind. Das Charlottenburger 
 
Täre-ä-tete mit flammenden Herzen als Tassen, um 1775 
Service zeigt an den Rändern ein durchbrochenes Palmenmuster und bildet 
einen Vorläufer der Dessertteller des Services für die Kaiserin Katharina 
von Rußland, die einen ähnlichen durchbrochenem Rand aufweisen, im 
Innern aber mit Malereien von Kriegs- und Lagerszenen sowie Seeschlachten 
aus dem russisch-türkischen Kriege versehen sind, die Borrmann, der erste 
Figurenmaler der Fabrik, der von Meißen nach Berlin gekommen war und 
von I76x bis 1789 dort arbeitete, ausgeführt hat. Auch der Malereivorsteher 
Clauce (r761-18o3), der zweite Vorsteher Karl ]acob Klipfel (1763-1802) 
und dessen Stellvertreter Karl Wilhelm Böhme (1761?1789), sämtlich 
aus Meißen, haben sich mit Erfolg an den Malereien der Berliner Manufaktur 
beteiligt. Ein besonders im Porträtfach arbeitender Maler war Tittelbach 
(1766-1789), die drei besten Blumenmaler Schulze, Raschke und Pfürzel. 
Wie wir gesehen haben, war der König der stärkste Abnehmer der 
Fabrik und sein der antikisierenden Richtung abgeneigter Geschmack
	        
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