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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 5)

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Pastetengefäß, künden in Fayence den Geist dieser genußfroh-zärtlichen 
Zeit an. 
In der Ausstellung steht Straßburg obenan durch Paul Hannongs , ,Geigen- 
spieler" aus dem Besitze des Straßburger Kunstgewerbemuseums, zu dem 
sich als Gegenstück der „Tschinellenschlägef aus mährischem Privatbesitz 
gesellte. Beide Stücke sind in Blau PH bezeichnet und um 1750 entstanden. 
Der sitzende Geiger ist ein anmutiger Knabe mit kleinem rundem schwarz- 
braunem Hut, blauer Jacke und weißer, gemusterter Weste; er sitzt in 
braunen Kniehosen und weißen Strümpfen, mit schwarzen Schnallenschuhen, 
auf einem Baumstamm, der flachgewölbte 
Sockel ist grün (Höhe x70 Millimeter). 
Der stehende Tschinellenschläger lehnt 
an einem grauen Stamm auf vierecki- 
ger weißer Sockelplatte mit grünen 
Grasbüscheln und rotem Zackenrand. 
In reizvoll lebhafter Gebärde hebt er 
den Kopf, die Arme und das rechte Bein. 
Der runde, dunkelmangan-violette Hut ist 
mit gelben Federn geschmückt, die kurze 
Jacke purpurfarben gestreift, mit eben- 
solchenZickzacklinienundgelbenPunkten 
gemustert, das offene Hemd weiß, die 
Hose blau und weiß gestreift (Höhe 18 5 Mil- 
limeter). Beide Figuren stehen guten Por- 
zellanfiguren keineswegs nach, nur ist 
auch bei ihnen die Modellierung natur- 
gemäß weicher, deshalb namentlich die 
Bildung der Finger stumpfer. 
Auf Paul Hannong geht auch das dem 
Straßburger Kunstgewerbemuseum ge- 
hörige Gefäß in Gestalt eines Rebhuhns L"jggjji;j:_jj;,{jf;1'fj,;,j_j;f;,"},j1j';?o"g 
zurück, dessen zarte Fiederung besonders 
fein gemalt ist (Höhe 180, Länge zoo Millimeter). Dann die Schüssel mit 
harten Eierschnitten. Vielleicht auch die unbezeichnete, nur weiß glasierte 
Gestalt des Mädchens mit dem Korb auf dem Rücken, das auf einen Stich 
aus den „cris de Paris" von Bouchardon zurückgehen dürfte. Die Figur ist 
hohl, der Korb hat einen offenen Boden (Höhe 280, Durchmesser 120 Milli- 
meter). 
Ebenfalls unbezeichnet, aber Paul Hannong zuzuschreiben ist die sehr 
gut bemalte Schildkröte als Deckelgefaß, auf deren Rücken eine Schnecke 
als Knauf dient, im Besitze des Herrn Ernest Schneider (Höhe 155, Länge 280, 
Breite 160 Millimeter). 
Eine vorzügliche Straßburger Arbeit desselben Meisters in gleichem 
Besitze ist das entzückende Leuchterweibchen, das mit blauem I-Iute in blau 
 
 
 
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