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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 5)

ZU]. 
etwas für den I-Iofbrunnen folgern läßt, ist zweifelhaft. Hat Daria, der seine 
letzten Jahre in Oberösterreich verlebte, an den genannten Brunnen einen 
Anteil gehabt? Oder ist ein solcher Spaz - zum Beispiel Johann Peter, 
der 1668 unter Darias Leitung die Stuccos der Dombogen arbeitete? - der 
gesuchte Bildhauer des Hofbrunnens? Oder war etwa der welsche Bildhauer, 
von dem in den Akten wiederholt die Rede ist, nicht Daria, sondern einer 
seiner Landsleute, der aber ein wirklicher Bildhauer war?l"" Fragen, auf deren 
Lösung wir vorläufig 
verzichten müssen. 
Auch den an der 
Südseite des Doms ge- 
legenen Platz - den 
jetzigen Kapitelplatz _ 
hat Erzbischof Guido- 
bald mit einem Monu- 
mentalbrunnen begabt. 
I-Iier befand sich seit der 
Zeit, da die Alm in die 
Stadteingeführtworden 
war, also seit der Mitte 
des XII. Jahrhunderts, 
eine Schwemme; diese 
Anlage wurde nun um- 
gestaltet und in der Mit- 
te des Wasserbeckens 
übereinemFelsensockel 
ein Bronzepegasus auf- 
gestellt (Abb. II). Wie 
lange er sich an Ort 
und Stelle befand, ist 
nicht nachweisbar; spä- 
 
testens wurde er 1732 Abb. rz. Pegasusbrunnen in der jetzigen Aufstellung 
entfernt, als der arg 
verwahrloste Platz instand gesetzt und statt des Mittelbrunnens seitlich die 
Kapitelschwemme errichtet wurde, von der noch die Rede sein wird. Der 
Pegasusbrunnen wanderte ans andere Salzachufer und wurde vor der 
Hauptfront des Mirabellschlosses aufgestellt; die neue Aufstellung, die 
i Österreichische Kunsttopographie, IX, S. 6. 
'"' In seiner „Reisebeschreibung durch Österreich und Deutschland" bespricht der Bildhauergeselle Franz 
Ferdinand Ertinger, der 1590 in Salzburg war, den Hofbrunnen und fügt hinzu: „Ein Italiener, welcher nach 
verferdigung sih mit Wechselbrieff nacher hauß begeben Wohlen. ist er aber eine dag raiß von dar erbermlich 
durch eines seiner verdrautisten Freindt ermort worden, welcher die Wechselbrietf genohmen, das gelr erhebt 
und sich unsihbar gemacht, ehe solche rnortdat nifenbahr geworden." (Herausgegeben von E. Tierze-Conrat 
in Wiener Quellenschriften rgo7, S. 24.) Auf Daria kann sich diese fast zeitgenössische Nachricht nicht 
beziehen, da dieser noch jahre nach der Vollendung des Hofbrunnens in angesehener Stellung in Salzburg 
lebte und erst 1'702 in Sr. Florian gestorben ist; aber vielleicht könnte sie 4 falls sie kein bloßes Künstler- 
märchen ist - jenen Bildhauer betreffen, nach dem wir fahnden. 
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