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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 5)

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museums nennen, deren Mittelfeld einen Brunnen mit frei springendem 
Pegasus zeigt, weil diese Arbeit mit einem Salzburger Künstler des aus- 
gehenden XVI. jahrhunderts in Zusammenhang gebracht worden ist?" Außer 
dieser Bravour des ausbalancierten Pferdes ist bei dem Innsbrucker Brunnen 
auch die technische Qualität der Ausführung zu rühmen; durch sorgfältige 
Modellierung, durch elegante Ziselierung, sind alle Grasschen Figuren aus- 
gezeichnet, die zierliche Reitertigur so gut wie die schlanken, geschmeidigen 
Meergottheiten, die aus dem Hofgarten geholt wurden, den Schmuck des 
neuen Brunnens zu vervollstän- 
digen. Gleiches gilt von den 
Figuren des Grabmals Erzher- 
zog Maximilians in der Inns- 
brucker Pfarrkircheii" und von 
dem schönen Votivrelief dessel- 
ben Erzherzogs in der Wiener- 
Neustädter Georgskirche, das 
dem Gras wohl mit voller Be- 
stimmtheit zugeschrieben wer- 
den darfßi" Auch hier ein kräf- 
tiger und anspruchsloser Natu- 
ralismus der Modellierung, eine 
saubere und detailreiche Aus- 
führung, Eigenschaften, die Gras 
zum Hofbossierer so vorzüglich 
geeignet machen. Die gleichen 
Qualitäten gelten auch von dem 
Salzburger Pegasus; der kräf- 
tige Leib, der ausdrucksvolle 
feine Kopf, Mähne, Flügel und 
Schweif sind ungemein sorg- 
sam und liebevoll modelliert 
und durchziseliert. Kein Zweifel, 
daß wir es mit einer charakteri- 
stischen und vollgültigen Arbeit des Innsbrucker Meisters zu tun haben, 
durch deren Wiedererstehung Salzburg ein wertvolles Monument wieder- 
gewann; die Stadtverwaltung kann sich eines Aktes praktischer Kunst- und 
Denkmalpflege rühmen. 
Noch einen dritten öffentlichen Brunnen hat Salzburg dem Erzbischof 
Guidobald zu danken. Er stand ursprünglich in der Steingasse beim Auf- 
' Arpad Weixlgärtner, „Ungedruckte Stiche im „Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des Aller- 
höchsten Kaiserhauses", XXIX, Tafel XXXVII. 
""' Ladislaus Eber, „Der Wiener-Neustädter Altar Erzherzog Maximilians III." in Zeitschrift des Ferdi- 
nandeurns, 1905, Tafeln 5 und 5. 
"w" Siehe daselbst S. 33g fT; ferner A. Camesina, „Über ein in der Burg zu Wiener-Neustadt in der 
Georgskirche befindliches Basrelief" in Mitteilungen der Zentralkommission, I1, S. 30a 5., und Johann jobst, 
„Die Neustädter Burg", Wien 1908, S. x25. 
 
Abb. 17. Erentrudbrunnen im Stift Nonnberg
	        

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