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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 5)

zeigen die gleiche, etwas befangene Haltung, das gleiche Parallelgerinsel 
von Falten, die auf den vorgesetzten Fuß heruntergleiten. In seinem Reise- 
tagebuche von 1690 erzählt uns der Bildhauergeselle Franz Ferdinand 
Ertinger, die „zway bischöff von weißem Marmor auff Postament" vor der 
Domfront seien „von dem kunstberiembten Melchior Bardel" verfertigt 
wordenfi Da diese Angabe durchaus glaubwürdig erscheint, würde auch 
der Erentrudbrunnen in Nonnberg dem sächsischen Bildhauer zuzuschreiben 
sein, der nachmals in Venedig und Rom tätig warßk Er war einer jener 
wandernden Künstler, die für diese Zeit so überaus charakteristisch sind; 
Virtuosen, die bald da, bald dort auftauchen und ihre internationale Kunst 
in den Dienst der verschiedensten Herren stellen. 
Vielleicht war auch Bartholomäus von Opstal, der uns nun begegnet, 
ein Künstler dieses Schlages; sein Name würde darauf hindeuten, daß er 
mit der Antwerpener Familie dieses Namens zusammenhängt, die gleichzeitig 
in Gerhard von Opstal einen andern angesehenen Bildhauer hervorgebracht 
hatte. Bartholomäus erscheint in Salzburg zuerst 1 669; in diesem Jahre beginnt 
er den Brunnen im Klosterhofe von St. Peter, eine Arbeit auf Kosten des 
Erzbischofs Max Gan- 
dolph von Kuenburg, 
die sich bis 1673 hin- 
zog (Abb. r8).""'t Ein 
sechsseitiges, weißmar- 
mornes Doppelbecken, 
dessen äußerer Teil als 
Fischhalter eingerich- 
tet ist; daraus erhebt 
sich die Brunnensäule 
in Form eines Schaftes, 
der eine Statue des hei- 
ligen Petrus trägt. Das 
Ganze ist eine ziemlich 
trockene handwerkliche 
Arbeit, die mehr an die 
gleichzeitigen Bürger- 
brunnen - zum Bei- 
spiel das Becken des 
Marktbrunnens - er- 
innert als an die sonsti- 
' Eningers Reiseheschrei- 
bung a. a. 0., S. 24. 
'" 0. Mothes, „Geschichte 
der Baukunst und Bildhauerei 
Venedigs", Leipzig 1860, II. Bd., 
S. 288. 
m" Österreichische Kunstm- 
pographie, XII, S. XCIVf. und x66. Abb. n. Brunnen im H0! des Prieslerhauses
	        

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