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Objekt: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 153)

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Gruppe IV (insbesondere Classe 33, Streichgarn und Streichgarnstoße): 
Herrn Gusmv Trenkler, Fabriksbesirzer in Reichenberg. 
Gruppe IV (insbesondere CIasse 36, Spitzen, Tülle, Stickereien und Possmentiererbeiten): 
Herrn Ottomar Wenzel, Kaufmann, Weisswaaren- und Spitzenhändler in Prag. 
Gruppe IV (insbesondere Classe 38, Kleidungsstücke für beide Geschlechter): 
Herrn Wendelin Mottl, k. k. Hoflieferant, Kleiderfabrikant in Prag. 
Gruppe V (insbesondere Classe 43, Erzeugnisse des Bergbaues und Huttenbetriebes): 
Herrn Franz Kupelwieser, k. k. o. o. Professor an der Bergakademie in Leoben. 
Gruppe V (insbesondere Classe 46, Producte der Landwirthschaft, welche nicht zur 
menschlichen Nahrung dienen): 
Herrn Max M authner, Gesellschafter der Firma wWienerdorfer Malzfabrik Mauthncr- 
Haberl- in Wien. 
Herrn Isidor V. Flesch, Kaufmann und Fabriksbesitzer. in Brünn. 
Gruppe VI (insbesondere Ciasse 52, Gegenstände der Iendwirthschgftlichen Induswie und 
der Erzeugung von Nahrungsmitteln): 
Herrn Friedrich Kick, k. k. Regierungsrath, Professor um deutschen polytechnischen 
Institute in Prag. 
Gruppe VI (insbesondere Classe 54, Maschinen und Apparate der Mechanik im Allgemeinen): 
Herrn Egid Jarolimek, k. k. Bergrath im Ackerbauministerium in Wien. 
Gruppe VII (insbesondere Classe 69, Getreide, Mahlproducte und deren Verwendung): 
Herrn Eduard Hamburger, Braubauspächter in Olmütz. 
Gruppe VII (insbesondere Classe 75, gegohrene Getränke): 
Herrn Theodor A. J. Römer, kais. Rath, Weingrosshändler in Wien. 
Herrn Dr. Julius Mulle, k. k. Notar und Weingutsbesirzer in Marburg. 
Verlosungen Im Museum. 
Wir bringen im Nachfolgenden wegen der Fülle anderen drangenden Stoffes etwas 
verspätet das Referat über die im Monate Februar im Museum abgehaltenen Donners- 
tagsvortrage. 
Zuerst sprach der bekannte Mineraloge Professor Tschermak über die Perle, 
dieses als l-limmelstropfen oder Gebilde im Gehirne des Drachen frühzeitig von-Poesie 
und Märchen umwobene Kleinod. Er erklärte den nunmehrigen Stand der Kenntniss der 
Perlenbildung in der See- und Flussperlenmuschel, deren Glanz und die verschiedene 
Farbe, von weiss-rosa oder graphitartig schwarzen sogenannten amerikanischen Perlen. 
Nicht minder ja noch mehr massgebend für die Werthschatzung der Perle stellte er deren 
Grosse und Form dar, und wie sich im vorigen Jahrhunderte gerade die unregelmassige 
Phantasie- oder Barocltperle der grossten Beliebtheit für die mannigfachsten Goldschmiede- 
arbeiten erfreute. An die Geschichte der Perle und die Beschreibung des Weges, welchen 
dieselbe von China, Indien, Persien über Griechenland, Egypten, Rom und in neuerer 
Zeit von Amerika her zu uns genommen, schlossen sich sehr interessante Angaben über 
die Wenhe von Perlenschmuck vom Alterthum her bis auf unsere Tage. Sodann entwarf 
der Vortragende ein lebendiges Bild von der Perlenfischerei an den indischen Gestaden 
und gab Daten über die Zucht der Flussperlenmuschel in einigen europäischen Staaten 
und über deren Ergebnisse. Schliesslich wurde die Imitation der Perle mittelst der Perl- 
mutterschichte auf den Schuppen der Weissfische besprochen. 
Acht Tage später hielt wieder Prof. Tschermak einen Vortrag über die Koralle. 
Er verfolgte hiehei so ziemlich denselben Weg wie bei der Behandlung der Perle, und 
schloss mit dem WVunsche, es möge die Perle sowohl als die Koralle durch weise Mass- 
regeln gegen den Raubbau geschützt werden, der in neuerer Zeit nothwendig eine Stockung 
in deren Gewinnung zur Folge haben müsste. - Beide Vortrage, deren Gemeinverstand- 
lichkeit durch ausgestellte und herumgereichte Muster noch erhoht war, wurden von den 
zahlreichen Zuhörern mit Beifall aufgenommen. 
Das grosste lnteresse des Publicums concentrirte sich in der heurigen Saison wohl 
begreidicher Weise auf den Vortrag, den am n. Februar Oberbaurath Schmidt über 
den von ihm entworfenen und geleiteten Bau des neuen Wiener Rathhauses hielt. Er 
erläuterte zuvor den verschiedenen Begriff des Stadt- und Rathhauses bei den Deutschen, 
Italienern und Franzosen, und erklärte, dass er bei seinem Entwürfe des Wiener Stadt- 
hauses die Rückkehr zu der älteren Auffassung des deutschen Rathhauses als den Stolz 
der Bürgerschaft, das Reprasentanzgebäude ihres Reichthums, geziert von einem statt- 
lichen Thurme für die passendste gehalten habe. Neben dieser idealeren Richtung musste 
aber vor Allem auf die praktischen Bedürfnisse eines Baues, wo täglich einige hundert 
Beamte arbeiten und zehn- bis zwülftausend Menschen in den verschiedenen hier vereinigten
	        

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