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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 6 und 7)

Flachreliefporträt des Meisters überhaupt zur Verfügung steht. Immerhin 
deuten doch auch die Augen auf seine Hand. Freilich ragt aber das Bildnis 
der Agnes Bernauerin, in dem gewiß niemand die „schöne Baderstochter 
von Augsburg" vermutet, auch nicht an eines der früheren Werke hin. 
Wenn auch die frühere Bodenlage der Platte geschadet haben mag, so fühlt 
man dennoch auch die 
künstlerischen Schwä- 
chen, die wir uns viel- 
leicht durch den Mangel 
an geeigneten Unterla- 
gen für das Porträt er- 
klären dürfen. Möglich 
wäre aber wohl auch, daß 
die Kunst des Meisters 
mehr auf die scharfen 
charakteristischen Züge 
der Männlichkeit einge- 
stellt war. 
jedenfalls sehen wir 
in dem nächsten und letz- 
ten Werk, das wir dem 
Meister zuschreiben dür- 
fen, daß der Flachrelief- 
stil seinem Können, eine 
Individualität präzis zu 
schildern, kein Hemmnis 
bot. Dieses Werk führt 
uns nach Passau, über 
dessen Grabmalplastik 
zunächst einige allge- 
meine Bemerkungen vor- 
anzuschicken sind. 
Der heutige Be- 
stand Passaus an figür- 
Abb. 3x. Der Mann mit den Nelken von jan van Eyck liehen Grabdenkmälern 
des späteren Mittelalters 
erscheint angesichts der großen kunstgeschichtlichen Bedeutung der Stadt 
im XIV. und XV. Jahrhundert und gegenüber der relativ großen Zahl von 
Inschrift- und Wappensteinen sehr mäßig." Wir werden, zumal sich 
darunter nur wenige der Kirchenfürsten befinden, daraus schließen dürfen, 
daß auch hier das meiste der Zeit zum Opfer gefallen ist. Unter den 
Werken des XIV. Jahrhunderts beansprucht nur der Doppelgrabstein für 
die Domherren Gottfried von Kirchberg und Eberhard von Wartstein in der 
' Riehl, a. a. O. S. x35. i W. M. Schmid, Passau (1912). S. 4a und S. 76.
	        

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