MAK

Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 6 und 7)

Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie. Jos. 
Em. Margold, Mosaik am Musikpavillon 
worden, um die moderne Raumkunst 
auch an der Aufgabe der Mietwohnung 
sich erproben zu lassen. Albin Müller 
selbst sowie die Architekten Edmund 
Körner und Jos. Em. Margold haben je 
eine Wohnung in jedem der drei Bauten 
ausgestattet und zeigen darin eine Man- 
nigfaltigkeit der Lösungen, die bei einer 
so monotonen Aufgabe in Erstaunen 
setzt. Man erkennt aber daraus vor 
allem, daß wir künstlerisch sowohl wie 
technisch (denn die Ausführung durch 
Darmstädter Möbelfirmen ist meister- 
haft) jeder Aufgabe gewachsen sind; daß 
unsere Möbelkunst gleichweit entfernt 
ist von Nüchternheit und barbarischer 
Schwerfälligkeit, welche das Ausland 
uns immer noch vorwirft, wie von aus- 
schweifender Ornamentenfülle; und daß 
gerade die Forderung mondäner Eleganz 
und fraulicher Anmut da, wo es auf 
solche ankommt, glänzende Genugtuung 
findet. Selbst ein im Ornament mit sol- 
cher Vorliebe schwelgender Künstler 
wie Albin Müller kann sich bisweilen zu 
vomehmer Schlichtheit konzentrieren, 
und die Farbigkeit Margolds hindert nie- 
mals die praktische Eleganz, hindert 
auch niemals die Solidität seiner Möbel 
und fügt nur in der Gesamtstimmung 
der Räume oft einen bezaubernden Klang 
von einheitlicher Leuchtkraft der Töne 
hinzu. 
Mit höheren Ansprüchen treten dann 
die Einzelräume im städtischen Ausstel- 
lungsgebäude auf. Es sind entschiedene 
Prunkräume wie Müllers Musiksaal und 
Bad für den Großherzog, und wie F. W. 
Kleukens' Damensalon in Blau und 
Silber, oder repräsentativ wie der Ehren- 
saal von Körner. Man wird diesem einen 
Vorrang vor den andern einräumen, weil 
er seine Aufgabe architektonisch löst, 
mit einer feierlichen, von acht Pfeilern reicher Profilierung umstandenen
	        

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