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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

 
verborgen und lan- 
gen nach den zu- 
nächstbeiindlichen 
Opfergaben, wäh- 
rend ganz rechts 
ein Dritter den be- 
reits entwendeten 
Krug leert. Auf 
dem Altar steht 
die Jahreszahl 1513. 
Diese Platte, wel- 
che durch die Ge- 
_ stalt derTonkrüge, 
der Zinnkannen, 
weiters durch die 
Formen der in den 
Körbchen liegen- 
den Gebildbrote 
ein weiterreichen- 
des Interesse ge- 
währt, ist vermut- 
lich im Breisgau entstanden. Ebenso 
lassen sich die weiters folgenden 
Platten nicht mit Bestimmtheit lokali- 
sieren. Figur 26 zeigt eine Platte 
mit vier Szenen aus der Schöpfungs- 
geschichte, der Erschaffung Evas, 
dem Sündenfall im Paradies, der Ver- 
treibung und der schweren Waldarbeit 
des ersten Menschenpaares. Bei den 
zwei unteren Szenen assistiert der Tod 
als menschliches Gerippe. Diese Platte 
trägt auf der glatten Anstoßfläche 
den Buchstaben E. Vermutlich einer 
fränkischen Gießhütte, vielleicht Am- 
berg, Sulzbach oder Nürnberg, welche 
Fig. 23. Tiroler Ofenplatte 
mit drei Wappen, Beginn 
des XVI. Jahrhunderts 
(Burg Kreuzensrein) 
weigern, gefesselt und abgeführt. Unter dieser Szene 
schreitet König Nebukadnezar begleitet von Daniel zum 
Erzstandbild des Götzen Bel. Zahlreiche Opfergaben, 
Weinkrüge und Strohkörbe mit Broten finden sich auf 
dem Altartisch, und auf der zu diesem führenden Stufe 
liegen noch fünf gefesselte Lämmer. Köstlich äußert sich 
der Humor des Künstlers. In der Bogennische des Altars 
halten sich zwei Bedienstete des Königs mit ihren Kindern 
Fig. 24. Kaminplatte mit Darstellung einer Gemsjagd 
in den Bergen Nordtirols (in der Mitte der Szene 
Kaiser Max). im Besitze des Herzogs Philipp von 
Württemberg (Gmunden)
	        

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