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Full text: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

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Dodenhausen hatte 1555 schon so lange gegossen, daß der Ofen in diesem Jahre 
bereits umgebaut werden mußte, war also jedenfalls eine in das XV. Jahr- 
hundert zurückreichende Hütte. Während des XVI.Jahrhunderts arbeiteten 
die Klosterhütten in erster Linie für den Landgrafen. Er bezog für seine 
Schlösser Öfen und Kaminplatten (häufiges Vorkommen des Wappens der 
Landgrafen von Hessen), für seine Zeughäuser Büchsen, Kugeln und Hagel- 
geschoß, für seine Salinen und Brauhäuser schwere Eisenarbeiten. So bestellt 
Landgraf Wilhelm im Jahre 1586 „dreißig Stuck Buchsen, jede 1'], bis 
 
Fig. 33. Das Zisterzienserldoster Haina in Hessen, Kupfersticb aus „Mattheus Merian, Topographia Hassiae, 
Franckfun 1645" 
2 Ctr. aus bestem Eckenfelder Stein (Eisenstein) zu gießen und gut zu 
feilen". Büchsengießer Martin Hase hat sie gegossen. Aber auch in der 
Herstellung von Ofenplatten hatte Haina Glanzleistungen aufzuweisen und 
ist der größte Eisenofen des XVI. Jahrhunderts, jener im Riesensaal der 
Wilhelmsburg zu Schmalkalden, aus diesem klösterlichen Schmelzwerk 
hervorgegangen. Den Hüttenrechnungen entnehmen wir, daß 1555 Öfen auf 
die Schlösser Ziegenhain, Homberg, Melzungen, Rauschenberg und Spangen- 
berg sowie auf die Sitze der Herren von Dörnberg, Schwertzel, Urf und 
Schler geliefert wurden. In den folgenden Jahren ist die Arbeit für den Adel 
eine ähnliche, im Jahre 1573 gehen bereits 63 Öfen an Bürgerliche in Städten 
und sogar 30 an „Dorfleutteß 1576 gehen 71 Öfen an Händler, 1591 fast die 
ganze Produktion an Bürgerliche und Bauern.
	        

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