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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

Fig. 40. Ofenplatte mit der Belagerungsszene der Stadt Bethulien und der Ermordung des Holofernes, Meister 
Philipp Soldan aus Frankenberg in Oberhessen. Aus der klösterlichen Schmelzhiitte zu l-laina, im Besitze des 
Fürsten von Pleß (Schloß Fürstenstein) 
erhält er (Meister Lipsen zum Frangenpergk) „7 fl. 4 alb. für das „bild- 
werk vom jungsten gericht geschnitten und sonsten von zwei Bilde eins 
genannt julius Cesar, das ander Carolus Magnus". Als Gießer werden 
erwähnt: Churt oder Konrad Scharff (Scharpe, Sharpe). Er gießt auf der zu 
Schwalefeld in Hessen befindlichen und dem Kloster Haina gehörenden 
Schmelzhütte die Soldansche Platte mit dem Samariter, 1537 jene mit 
Lazarus und r 548 die mit dem Kruzifix. In den Rechnungen wird er bald 
„Offengiser", bald „ApengeisseW genannt. Damals war Peter von Rolshusen 
I-Iüttenmeister des Klosters. Sein Name erscheint neben dem Scharffs auf 
Platten mit dem Gekreuzigten und dem reichen Prasser. 
Zu den schönsten Arbeiten des Formschneiders Philipp Soldan zählen 
seine Modelle für eine Judith- und Josua-Platte. Die beiden Eisengiisse nach 
diesen Modeln sind von ganz ausnahmsweiser Schärfe des Reliefs und 
geben somit Zeugnis nicht nur für die Kunstfextigkeit des schöpferischen 
Künstlers sondern auch für die Leistungsfähigkeit und das sorgfältige Guß- 
verfahren der klösterlichen Schmelzhütte. Die Platte mit der Szene im Lager 
des Holofernes ist so reich an Einzelheiten, daß sie eine ausführlichere
	        

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