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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

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Das häufige Vorkommen von Eisenerzen in den Schichten des schwä- 
bischen braunen Jura im Verein mit ausgedehnten Buchenwäldern, deren 
Holz das beste Heizmaterial für scharfes Feuer lieferte, haben das frühzeitige 
Auftreten der Eisenindustrie in einzelnen Gegenden dieses Gebirgszuges ver- 
anlaßt. Die Vorläufer sind nachgewiesen in den Resten eines Vorgeschicht- 
liehen Rennfeuers bei Tauchen- 
Weiler auf der Höhe des Aalbuchs. 
Heidenheim, bereits 1108 ge- 
nannt, gehörte ursprünglich zur 
Grafschaft Willingen. Die Grafen 
von Helfenstein gaben ihm um 
1350 das Stadtrecht, 1504 kam die 
Herrschaft an Württemberg, 151g 
an Ulm, 1536 wieder an Würt- 
temberg, 1635 an Kurbayern, nach 
dem Westfälischen Frieden wieder 
zurück an Württemberg. Das 
redende Stadtwappen ist ein 
Heidenkopf (bärtiger männlicher 
Kopf mit spitzem Türkenhut). 
Den Eisenguß von I-Ieidenheim 
vertreten neben gußeisernen Grab- 
platten und Totentafeln aus der 
zweiten Hälfte des XVI. Jahr- 
hunderts": Ofen- und Brunnen- 
tröge. Im Jahre 1602 gießt ein 
Meister Paul Fritz mehrere Öfen 
für das Rathaus. Als Bildhauer des 
Bezirkes führt Dr. Engen Grad- 
mann in seiner Geschichte des 
Oberamtes Heidenheim folgende 
an: Mich. Schaller von Ulm (um 
1580), Felix Liebendorfer (1655), 
Hans  von   und Fig. 45. Ofenplatte mit der Begegnung Koriolans und seiner 
Mutter, aus einer Gußhütte im Brenztal, um 154a, im Besitze 
C'  Braun von   des Fürsten von Pleß (Schloß Fürstenstein bei Breslau) 
Königsbronn ist eine Stiftung 
des Königs Albrecht aus dem Jahre 1302 mit der Bestimmung eines Zister- 
zienserklosters. Bis 1588 war die Schutzvogtei österreichisch. Abt Melchior 
Ruff (1513_1539) erweiterte das seit 1479 bestehende Eisenwerk, errichtete 
eine Hammerschmiede und mehrere Eisenschmelzöfen, die besonders durch 
den Guß von Ofenplatten weite Berühmtheit erlangten. Das Schrnelzwerk 
lag nahe bei dem Kloster an der linken Gebirgswand des Brenztales, der 
"' Eiserne Grabplatte für Hans Freising, gestorben 1591, in der oberen Kirche zu Gerstetlen, eine für 
Christine von Sperberseck, gestorben 1615, in Schnaitheim.
	        

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