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Volltext: Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 8 und 9)

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reichen Szenen, für welche nur die Erklärung 
fehlt. Die rechtsseitige dieser Szenen wiederholt 
sich auf einer Platte, welche aus Hohenmem- 
mingen, somit aus der Herrschaft Heidenheirn 
erworben wurde (Fig. 60). Diese Platte, welche 
zusammen mit einer kleineren, für den Ofen- 
aufsatz bestimmten in einem Guß hergestellt 
wurde, hat ihr zugehöriges Gegenstück in einer 
Platte mit Darstellung einer Gefechtsszene 
(Fig. 61). 
Die wichtigsten Platten der Schmelzwerke 
des Brenztales sind zu einem vollständigen Ofen 
in Schloß Seisenegg in Niederösterreich (Bezirk 
Amstetten) vereinigt Gig. 76). Die Platte mit 
der Gefechtsszene ist hier kombiniert mit einer 
Platte, welche die geharnischte Reiterfigur eines 
Heerführers trägt. Auch die Koriolan-Szene, 
„Abrahams Opfer" und „Salomons Urteil" sind 
vertreten, neben dem Wappen des Herzogs 
Johann Friedrich von Württemberg (I6o8 bis 
1628), der Adler des heiligen römischen Reiches 
mit dem österreichischen Bindenschild. Die 
Schutzvogtei Österreichs über Kloster Königs- 
bronn und die Eigenschaft Württembergs als ein 
österreichisches Lehen (erst im Prager Vertrag 
vom Jahre 159g wieder Reichslehen) erklären 
das Vorkommen des österreichischen Wappens 
sowie das häufige Auftreten Württembergischer 
Ofenplatten auf österreichischem Boden. 
Einem minder begabten Forrnschneider des 
Heidenheimer Gußwerkes gehört eine Platte mit 
dem Urteil Salomons an (Fig. 62). 
Wie schon erwähnt, hat das Königsbronner 
Schmelzwerk nach seiner Wiederaufbauung im 
jahre 1650 die alte Produktion in vollem Umfang 
aufgenommen. Als Faktor wurde Vigilius Cron- 
eysen, welcher im Dienste des Stiftes Ellwan- 
gen gestanden war, verpi-lichtet und ihm der 
Schmelzer Hanns Reich aus Lothringen bei- 
gegeben. Im ersten Jahre des Betriebes, IÖSI, 
wurden dreißig Platten im Gewichte von 
Fig. 56. Ofenplatte mit dem Wappen eines Abtes von Königsbronn, 
bezeichnet 1576 (Burg Kreuzenstein) 
 
Fig. 55. Ofenplatte mit dem Wappen 
eines Abtes von Königsbronn, be- 
zeichnet 1613 (Burg Kreuzenstein) 

	        

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